“Anwender investieren trotz Krise”

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Patrick D. Cowden, General Manager bei Hitachi Data Systems Deutschland (HDS), spricht über die Auswirkungen der Finanzkrise auf das Storage-Geschäft, die Rückbesinnung auf “japanische Werte” sowie neue HDS-Produkte.

Seit Januar 2008 ist Patrick D. Cowden der General Manager für HDS Deutschland. Cowden ist seit mehr als 20 Jahren in der IT-Branche tätig. Von 2003 bis 2007 war er bei Dell, zuletzt als Director und General Manager Corporate Business. Zuvor hatte er unter anderem bei EMC und CapGemini leitende Positionen inne.

silicon.de: Sie sind seit Januar 2008 General Manager bei HDS Deutschland. Wie hat sich das Geschäft seitdem entwickelt?

Patrick D. Cowden: Ich bin sehr zufrieden. Zum 1. April, dem Beginn des Geschäftsjahres, haben wir uns neu aufgestellt. Wir haben neue Mitarbeiter eingestellt und uns auf die strategischen Kunden konzentriert, insbesondere auf den Mittelstand. Das hat sich ausgezahlt. In den vergangen sechs Monaten konnten wir prozentual mehr wachsen, als in den letzten sechs Jahren.

silicon.de: Sie haben auch eine Ausbildung zum Ozeanographen und Meteorologen absolviert. Hat Ihnen das in Ihrem neuen Job geholfen?

Patrick D. Cowden: (Lacht) Ja, das kann man sagen. Wenn es um Prognosen geht, habe ich durchaus einen kleinen Vorteil gegenüber den Kollegen, die sich nur mit Betriebswirtschaftslehre beschäftigt haben.

Meteorologen haben übrigens auch deshalb einen interessanten Beruf, weil sie in die Kristallkugel schauen dürfen. Dort ist es erlaubt, Vorhersagen zu treffen, die nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent eintreffen.

silicon.de: HDS gehört zum japanischen Hitachi-Konzern. Nach Ihrem Amtseintritt haben Sie für eine ‘Rückbesinnung auf die japanischen Werte’ plädiert. Was meinen Sie damit?

Patrick D. Cowden: Das sind Werte, die bereits auf den Firmengründer zurückgehen. Demnach stellen wir unsere Technologie in den Dienst der Gesellschaft. Zudem ist es wichtiger, Gutes zu tun, als zu sehr auf den Profit zu achten. Weitere wichtige Werte sind Harmonie, Vertrauen, Respekt, Ehrlichkeit, Integrität, Pioniergeist sowie die Bereitschaft, alles in Frage zu stellen.

Diese japanischen Werte versuchen wir mit den Werten aus anderen Kulturen zu kombinieren – etwa mit deutschen Werten wie Detailgenauigkeit, Fleiß, Ordnung und Prozessorientierung sowie US-amerikanischen Werten wie Innovationsfreude, Dynamik und Risikobereitschaft. Gerade in der aktuellen Krise merken wir, wie wichtig es für unsere Mitarbeiter ist, dass wir uns an diesen Werten orientieren.

silicon.de: Haben Sie bereits Auswirkungen der Finanzkrise gespürt?

Patrick D. Cowden: Ja, wir haben gespürt, dass das Geschäft schwieriger wird, vor allem bei einigen Konzernen. Was wir jedoch auch gemerkt haben ist, dass die Krise auf den Datenbedarf der Kunden keine direkte Auswirkung hat. Das heißt, die Menge und die Komplexität der Daten wachsen nach wie vor – so dass die Kunden doch in Speicher-Infrastrukturen investieren, weil es gar nicht anders geht.