Heikle Bush-E-Mails unter Verschluss

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Kurz vor dem offiziellen Amtswechsel im Weißen Haus in Washington gibt es Probleme mit der Archivierung von Regierungsdokumenten. In vier Wochen sollen die E-Mails und elektronischen Dokumente des noch amtierenden US-Präsidenten George W. Bush von den Archiven des Weißen Hauses in die National Archives überstellt werden. Doch das gestaltet sich heikler als gedacht.

Grund für die Probleme sind nach einem Bericht der Washington Post technische Probleme, eine Klage sowie der Mangel an computerforensischer Arbeit. So wurde erst kürzlich damit begonnen “vermisst” gemeldete E-Mails aus der Zeit vor 2005 von Back-up-Speichern wiederherzustellen.

Die Archivare sind sich deshalb nicht sicher, ob der Transfer tatsächlich alle einst empfangenen und erstellten Nachrichten umfassen wird. Die zu archivierenden Dokumenten und Mitteilungen sollen einige der sensibelsten Informationen der achtjährigen Amtszeit des Präsidenten beinhalten.

Hinzu kommt ein Rechtsstreit, der die Archivierung behindert. Es geht um die Beteuerung der Bush-Administration, wonach US-Vizepräsident Dick Cheney allein entscheiden könne, welche seiner getätigten Aussagen während seiner Amtszeit privater oder beruflicher Natur waren und er allein über den Verbleib seiner Aufzeichnungen entscheiden dürfe. Eine Koalition von Historikern will dagegen vorgehen.

Historiker und Journalisten warten schon lange auf die Möglichkeit, Einsicht in die Dokumente der Regierung zu erhalten. Nicht zuletzt deshalb, weil Bush und seine Gefolgsleute in der Vergangenheit viele Details zur Zusammenarbeit mit außenstehenden Gruppen unter Verschluss vor der Öffentlichkeit gehalten haben. “Wir sind besorgt”, sagt Arnita A. Jones, Geschäftsführerin der American Historical Association, gegenüber der Washington Post. “Der Kontext ist nicht gerade beruhigend.”