Satyam-CEO verhaftet

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Indiens Polizei hat Ramalinga Raju verhaftet, den Gründer und CEO des indischen IT-Dienstleisters Satyam. Raju hatte in der vergangenen Woche Bilanzfälschungen im großen Stil eingeräumt und war vom CEO-Posten zurückgetreten.

Die indischen Behörden werfen ihm jetzt einen ganzen Katalog von Straftaten vor: Betrug, Vertrauensbruch, Verschwörung sowie die Fälschung von Dokumenten und Beweismitteln. Auch Rajus Bruder wurde in Haft genommen.

Wie kürzlich bekannt wurde, hatte Raju die Bilanzen jahrelang fälschen lassen. So wurden die Verbindlichkeiten zu niedrig angesetzt. Zudem wurden die Gewinne aus dem Kerngeschäft geschönt – angeblich, um eine feindliche Übernahme abzuwehren.

So hatte Satyam für das dritte Geschäftsquartal (Dauer bis Ende September 2008) eine operative Marge von 24 Prozent angegeben. In Wirklichkeit lag die operative Marge bei 3 Prozent. Auch die Höhe der Umsätze lag 22 Prozent unter den zunächst veröffentlichten Zahlen.

Mittlerweile hat die indische Regierung den Satyam-Aufsichtsrat abgesetzt. Das ‘Company Law Board’ der Regierung will in Kürze zehn neue Aufsichtsratsmitglieder berufen. “Wir begrüßen diese Entscheidung, die eine ununterbrochene Weiterführung des Geschäftes gewährleistet”, teilte Satyam mit.

Nach Ansicht von Mark Kobayashi-Hillary, Direktor der britischen National Outsourcing Association, sind die Probleme des IT-Dienstleisters damit jedoch nicht gelöst. “Die Vertriebsabteilungen von Mitbewerbern wie TCS und Wipro werden Überstunden machen und alle Satyam-Kunden ansprechen.”

Durch das Abwerben von Kunden werde das Unternehmen weiter an Wert verlieren. Auch eine Übernahme Satyams durch einen Mitbewerber schloss Kobayashi-Hillary nicht aus.

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Ramalinga Raju
Raju: Jahrelang Bilanzen frisiert
Foto: Helmut Weissenbach

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