SAP: Finanzaufsicht ermittelt

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Das Walldorfer Unternehmen hat kürzlich angekündigt, 3300 Stellen abzubauen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger hatte dies bereits am Abend zuvor ausgeplaudert. Jetzt ermittelt die Finanzaufsicht BaFin.

Nach Angaben des Südwestrundfunks hatte Oettinger am Abend des 27. Januar bei einem Neujahrsempfang in Villingen-Schwenningen gesagt: “Wenn SAP morgen den Abbau von 3000 Stellen ankündigen wird, dann strahlt das auf die ganze Branche aus.”

Erst am Morgen danach informierte SAP in einer Ad-hoc-Mitteilung über den Stellenabbau. Die Finanzaufsicht BaFin ermittelt jetzt, ob damit Vorschriften verletzt wurden. “Wir prüfen, ob Verstöße gegen die Ad-hoc-Pflichten vorliegen wie auch mögliche Insidervergehen”, sagte eine BaFin-Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Die routinemäßige Analyse werde einige Wochen dauern. Ein Verstoß könnte mit Bußgeldern von bis zu 1,5 Millionen Euro geahndet werden.

Von SAP hieß es mittlerweile, man habe in “der schwierigen Frage des erstmals in der Geschichte der SAP geplanten Stellenabbaus, der auch Deutschland betrifft, einige führende Politiker konsultiert – darunter auch den Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Günther Oettinger”. SAP wolle mit der BaFin zusammenarbeiten. Baden-Württembergs Staatsministerium wollte den Vorgang nicht kommentieren.

“Stellenabbau in dieser Größenordnung ist kursrelevant; damit hätte SAP dann auch sofort raus gemusst”, sagte dazu der Anlegeranwalt Klaus Nieding. “Das ist eine Insider-Information”, meinte auch der Finanzwissenschaftler Hans-Peter Burghof von der Universität Stuttgart-Hohenheim.

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Günther Oettinger
Oettinger: Im Visier der BaFin
Foto: Baden-Württemberg

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