Demonstration: “Qimonda ist kein Totenschiff”

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Am Dienstagnachmittag gingen tausende Mitarbeiter des angeschlagenen Halbleiterherstellers Qimonda und deren Mutterunternehmen Infineon in Dresden für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze auf die Straße. Auch Beschäftigte der Zulieferfirmen beteiligten sich an der Demonstration.

Zu der Demonstration gegen die drohende Schließung des Qimonda-Standorts und den gleichzeitigen Wegfall von tausenden Arbeitsstellen in der Landeshauptstadt Sachsens hatten die IG-Metall und der Betriebsrat des Unternehmens aufgerufen.

Die Demonstranten zeigten Plakate mit den Aufschriften wie “Qimonda ist kein Totenschiff” und “Wenn Qimonda niemand hilft, muss ich mit Papi in den Westen”. Willi Eisele, Chef der Dresdner IG-Metall erklärte, dass es den Beschäftigen auch um den Erhalt einer selbständigen europäischen Halbleiterindustrie gehe und damit einer “industriepolitisch sehr relevanten Branche”, berichtet der Mitteldeutsche Rundfunk. Seiner Ansicht nach seien nicht nur der Mutterkonzern Infineon und der Qimonda-Insolvenzverwalter für ein Fortführungskonzept des Chipunternehmens verantwortlich, sondern auch der Bund sowie die Länder Sachsen und Bayern.

Kritik wurde während der Demonstration auch gegenüber dem EU-Industriekommissar Günther Verheugen laut: “Wir brauchen Unterstützung nicht nur aus Sachsen, sondern auch vom Bund und der Europäischen Union”, sagte Betriebsratschef Marin Welzel. In einem Interview mit der Sächsischen Zeitung hatte Verheugen erklärt, dass er keine Möglichkeit sehe, Qimonda mit Hilfe der Europäischen Union zu retten. “Niemand kann ein Unternehmen retten, das sein Eigentümer nicht retten will”, sagte der SPD-Politiker.

Doch der Qimonda-Standort Dresden hat etliche staatliche Zuschüsse im Laufe der Jahre erhalten. Nach einem Bericht der Rheinischen Post erhielt das Unternehmen insgesamt 218,7 Millionen Euro Subventionen vom Bund und vom Land Sachsen.