Ist SOA nun tot oder nicht?

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“On the Death of SOA” benannte Chefanalyst Chris Howard von der Burton Group seine jüngste Analyse. Darin berichtet er – wie schon mehrmals zu früheren Gelegenheiten – dass lockere 90 Prozent aller SOA-Implementierungen scheitern.

In einem philosophischen Gespräch lässt der Vice President und Service Director Socrates, Vitruvius und Athena auftreten und sie über SOA diskuieren. Fazit: Eigentlich eine Supersache, aber… Bereits Ende 2007 erklärte Howard im Interview mit silicon.de: “In den Großkonzernen ist die Umsetzung nicht so schnell vorangeschritten, wie wir das erwartet haben. Wir haben außerdem festgestellt, dass der Großteil der SOA-Projekte in die Hose geht. Das ist wahrscheinlich nicht gerade das, was der CIO hören will – aber es ist die Wahrheit.”

Howard machte auch gleich die Schuldigen für das Scheitern aus: “Neben der Technik gibt es viele Einflussfaktoren, die ein solches Projekt scheitern lassen können. In erster Linie sind das organisatorische Aspekte: SOA bringt einen dazu, die bislang vertikal verlaufenden Prozesse in einem Unternehmen zur Seite zu drehen und sich anzusehen, welche dieser Services man herausnehmen und mit anderen teilen könnte. Das ist zuallererst keine technische, sondern eine geschäftskritische Frage. Zwei oder mehr Abteilungen müssen sich darauf verständigen, die selben Services in Anspruch zu nehmen. Man kann sich nicht sicher sein, ob dieser eine Service wirklich in verschiedene Abteilungen passt. Und um die Skalierung hinzubekommen, müssen diese Abteilungen auch noch miteinander kooperieren, oder sich zumindest abstimmen. Oder nehmen Sie die Frage der Verantwortung: Wer bestimmt über Änderungen an einem verteilt genutzten Service? All diese verschiedenen Aspekte lassen SOA-Projekte oft scheitern.”

Doch von dieser Art Defätismus will Rüdiger Spies, Independant Vice President Enterprise Applications bei IDC in München, nichts wissen. Er hält Howard entgegen: “SOA ist lebendiger denn je!”. Im Folgenden drucken wir die Aussagen von Spies ungekürzt ab:

“In letzter Zeit wurden Stimmen laut die behaupten, dass die Rezession SOA einen Todesstoß versetzt habe. Man könnte auf Grund dieser Aussage meinen, dass alle Anstrengungen und Investitionen in das Thema Serviceorientierte Architekturen (SOA) umsonst gewesen seien. Nichts in Bezug auf SOA ist weiter von der Wahrheit entfernt als diese Aussage!

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