IT-Strategien in der Wirtschaftskrise

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Gestern setzten sich Vertreter namhafter Unternehmen in München zusammen, um der IT den Weg durch das schwierige Jahr 2009 zu weisen. Denn die Analysten von Gartner, Forrester und EITO sind sich einig: 2009 wird ein Jahr großer wirtschaftlicher Herausforderungen.

Stornierungen und Investitionsstopps seitens der Kunden lassen den Herstellerunternehmen immer weniger Spielraum für organisches Wachstum. Zwar werden von der Bundesregierung Impulse in Form von Konjunkturpaketen gesetzt, ob dies allerdings ausreicht, ist offen. IT-Fachmann und Publizist Christoph Witte hat daher die Branchengrößen Cisco, Computacenter, EMC, HP und Microsoft am gestrigen Abend im Münchener Hotel Sofitel Munich Bayerpost auf einem Podium vereint und aufgefordert, ihre Perspektiven für die IT 2009 darzulegen.

“Größere Projektausfälle wird es in der IT nicht geben”, prognostiziert Robert Helgerth, Senior Director Partner und Mittelstand bei Microsoft Deutschland. “Die Anwender haben erkannt, dass eine gut aufgestellte IT wertsteigernd ist. Von daher werden viele Unternehmen die Krise jetzt nutzen, um die eigenen Prozesse neu zu ordnen und in Zukunftstechnologien zu investieren. Und genau davon profitieren sie letztlich im Wettbewerb.”

Oliver Tuszik, Chief Executive Officer und Vorstandsvorsitzender von Computacenter, hebt hervor: “Unsere Aufgabe ist es mehr denn je aufzuzeigen, welche Werte die IT schöpfen kann. Die Unternehmen, die das am besten hinbekommen, werden am Ende der Krise die Nase vorn haben.”

Zum Konjunkturpaket äußert sich Willi Kaczorowski, Direktor Internet Business Solutions Group, Cisco Deutschland: “Unternehmen, die jetzt auf Collaboration setzen, werden für den nächsten Aufschwung gerüstet sein. Aber auch die Politik muss hier stärkere Zeichen setzen. Die kurzfristigen Investitionsankündigungen in eine Breitband-Infrastruktur im Rahmen des Konjunkturpakets sind richtig. Dennoch fehlt eine umfassende Blaupause für ein digitales Deutschland, um auch im nächsten Jahrzehnt international wettbewerbsfähig zu bleiben.”

Einen deutlichen Trend zur Konsolidierung sieht Volker Smid, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hewlett-Packard Deutschland: “Der Trend geht eindeutig zur Standardisierung von IT-Landschaften. Wir erwarten aber auch eine Reduzierung der Lieferanten auf Seiten der Kunden, also eine Konsolidierung der IT-Unternehmen selbst – hier werden wir zukünftig noch mehr Unternehmenszusammenschlüsse sehen, die vor allem den großen Herstellern nutzen.”

Michael Hammerstein, Geschäftsführer von EMC Deutschland erinnert an die weiter zunehmende Bedeutung der Datensicherheit: “Neben der ganzen Diskussion um Standardisierung wird in 2009 das Thema Security und die Frage, wie Unternehmen mit ihren Daten umgehen, eine wettbewerbsentscheidende Rolle spielen – für Anbieter und Anwender.”