Infineon schreibt erneut rote Zahlen

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Der Münchner Speicherchiphersteller Infineon hat heute die Ergebnisse für das am 31. Dezember 2008 abgelaufene erste Quartal des Geschäftsjahrs 2009 vorgelegt. Der Umsatz brach gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 24 Prozent auf 830 Millionen Euro ein.

Grund für den Umsatzrückgang war eine signifikant sinkende Nachfrage in Folge des weltweiten Wirtschaftsabschwungs und der Lagerbestandsanpassungen in der gesamten Zulieferkette für Elektronikprodukte. Am stärksten betroffen waren die Infineon-Segmente Automotive und Wireless Solutions, berichtet Infineon am Freitag im München.

Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten betrug im ersten Geschäftsquartal minus 116 Millionen Euro. Im Vorquartal lag dieses Ergebnis bei minus 297 Millionen Euro.
Im ersten Quartal betrug das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern, minus 288 Millionen Euro. Dieses Ergebnis setzt sich zusammen aus 93 Millionen Euro für unrealisierte Währungseffekte, die sich im Wesentlichen aus dem Verkauf des Inotera-Anteils durch Qimonda an Micron ergaben, sowie aus 195 Millionen Euro für Rückstellungen und Wertberichtigungen nach Qimondas Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das Unternehmen verzeichnete im ersten Quartal einen Konzernfehlbetrag in Höhe von 404 Millionen Euro.

Wegen der weltweit anhaltenden schwachen Nachfrage in allen Zielmärkten hat Infineon weitere Einsparmöglichkeiten geplant. Diese stammen aus einem Bündel von Maßnahmen, die bereits angelaufen sind oder in Kürze umgesetzt werden. Dazu gehört unter anderem die bereits angelaufene Kurzarbeit an den Fertigungsstandorten Regensburg und Dresden, die Umstellung des Bonussystems für das Geschäftsjahr 2009 sowie eine neue und deutlich restriktivere Reiserichtlinie. Darüber hinaus hatte Infineon im November 2008 seinen Austritt aus dem Arbeitgeberverband erklärt, um eine Flexibilisierung der Gehaltsanpassungen zu erzielen.

Infineon hatte ursprünglich angekündigt jährlich Einsparungen von mindestens 200 Millionen Euro anzustreben. Das Unternehmen erhöhte dieses Ziel im Dezember auf mindestens 250 Millionen Euro. Doch aufgrund substanzieller zusätzlicher Reduzierungen der Kosten und Einsparungen bei den Zahlungsmitteln strebt Infineon nun jährliche Kostenreduktionen von 600 Millionen Euro an. Diese Einsparungen enthalten etwa 200 Millionen Euro bei den Betriebskosten und 400 Millionen Euro bei den Fertigungskosten.

Auch im zweiten Quartal erwartet Infineon einen Umsatzrückgang von circa zehn Prozent gegenüber dem Vorquartal. “Im zweiten Quartal werden sich die Marktbedingungen leider noch weiter verschlechtern. Wir werden daher unsere Kosten und Investitionsausgaben weiter reduzieren. Wir konzentrieren uns auch weiterhin auf den Cash-Flow, unter anderem durch eine weitere Reduzierung der Lagerbestände und der Drosselung der Produktion sowie durch ein straffes Management unseres Umlaufvermögens”, sagte Peter Bauer, Sprecher des Vorstands von Infineon.