Sun fehlt der Zauber

Jobs verkauft coole Produkte, die von den Konsumenten als innovativer und besser wahrgenommen werden, als die Produkte von Konkurrenten. Bei Sun ist es nach wie vor eine “Schufterei” die Produkte an den Mann zu bringen.

Dennoch setzt sich der charismatische Schwartz mit seiner markanten Frisur, dem Pferdeschwanz, immer durch und ist dennoch auf den Boden geblieben. Oder wie der Branchendienst CNET schreibt: “The guy still has the touch.” Dennoch fehlt es dem Unternehmen an dem gewissem “Mojo”, dass heißt es fehlt der Zauber oder Glücksbringer.

Schwartz’ Charisma sei zwar immer noch da, aber im Vergleich zu Steve Jobs wird es gerade in der momentanen Wirtschaftskrise noch schwerer damit auch wirklich zu punkten. Sun hatte vergangene Woche die Quartalszahlen veröffentlicht und diese sahen alles andere als rosig aus. Massive Verluste prägen das Sun-Geschäft. 159 Millionen Euro Verlust musste das Unternehmen für das zweite Quartal ausweisen. Auch die Wettbewerber machen es dem im kalifornischen Santa Clara ansässigen Konzern nicht einfach, denn IBM und HP knabbern immer mehr an Suns Kerngeschäft.

Jonathan Schwartz
Sun CEO Jonathan Schwartz ist der zweitcharismatischste IT-Chef der Branche.
Foto: Sun

Schwartz hatte sich vergangene Woche bei Suns ‘Business Monday Morning’-Konferenz zu den aktuellen Entwicklungen geäußert. Er wies unter anderem darauf hin, dass Investitionen in die Technologie auch in schweren wirtschaftlichen Zeiten sehr wichtig seien. Der Sun-Chef hält auch strikt an seinem Konzept fest. Er sagt, Cloud Computing und Open Source ist die Gegenwart und die Zukunft für Sun.

Strategisch will sich das Unternehmen weiterhin auf zwei Kernbereiche konzentrieren. Zum einen will man weiter daran arbeiten, sich eine der größten und am schnellsten wachsenden Developer-Communities aufzubauen, wobei die Marken MySQL, Java und OpenSolaris eine wichtige Rolle spielen werden. Zum anderen sollen kommerzielle Angebote für das Deployment von Software weiter vorangetrieben werden.

Das sind alles Themen, die schon seit Jahren in der IT-Branche herumgeistern. Es gibt keinen Zweifel, dass Sun weiterbestehen wird – doch vielleicht aber doch etwas abgespeckter. Ob sich dies noch mit den Visionen von Schwartz in Einklang bringen lässt, sei dahin gestellt.

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