Die volle Wahrheit über SAPs Business Suite 7

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SAP hat nicht nur eine neue Version der Business Suite vorgestellt, sondern auch für den Anwender einige Neuerungen eingeführt. Dass die Walldorfer Software dadurch billiger wird – wie viele Medien titelten – ist dabei nur indirekt richtig.
Was genau, wie und wann sich was für den Anwender ändert, erklärt Sven Denecken, Vice President ERP Solution Management bei SAP, im Interview mit silicon.de.

silicon.de: Eine, oder vielleicht die wichtigste Neuerung in der Business Suite 7 sind die so genannten Enhancement Packages. Was ändert sich für den Anwender?

Denecken Mit Enhancement Packages angefangen haben wir deswegen, weil wir gesehen haben, dass die Zeitspanne von der Produkteinführung bis zum tatsächlichen Konsum für die Kunden zu lang ist. Wir haben alle zwei Jahre ein größeres Release rausgebracht und bis das beim Kunden implementiert war vergingen unter Umständen nochmal zwei Jahre. Bis der Anwender es hatte, waren es dann fünf Jahre. Fünf Jahre ist einfach kein tragfähiger Innovationszyklus. Deshalb haben wir Enhancement Packages 2007 für ERP 6.0. eingeführt. Heute sind wir im ERP schon beim vierten Enhancement Package und dabei konnten wir schon einiges an Erfahrung gewinnen. Deshalb haben wir es jetzt auf die gesamte Business Suite ausgedehnt.

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silicon.de: Aber was ist der wichtigste Punkt bei diesen Enhancement Packages?

Denecken: Die Installation ist entkoppelt von der Aktivierung. Früher hat man ein Upgrade eingespielt und dann hat sich in sehr vielen Bereichen etwas geändert. Da musste zum Beispiel der Finanzbereich ein neues Upgrade einführen, weil wir in der Personalwirtschaft etwa gesetzliche Neuerungen hatten. Und das haben wir jetzt entzerrt. Sie installieren jetzt ein Enhancement Package und es ändert sich an ihrer Software zunächst einmal nichts. Dann schauen sie sich das Enhancement Package einmal an und entdecken eine Funktionalität und sagen, genau das will ich. Sie wollen zum Beispiel ihr Casch-Management optimieren, was ja gerade im vierten Quartal letztes Jahr ein sehr wichtiges Thema war. Wenn man da ein Riesen-Upgrade-Projekt plant, dann stößt man da wahrscheinlich auf große Probleme, bis man das Upgrade durchhat. Mit Enhancement Packages, kann ich eben genau nur dieses Thema aufgreifen und nur hier ändern sich dann die Oberflächen, ändern sich die Funktionalitäten, hab ich Trainingsbedarf für die entsprechenden Leute. Damit kann man einen Business-Case um ein Projekt herum aufbauen ohne die anderen Bereiche zu berühren. Das ist einer der größten Mehrwerte, die sich durch die Enhancement Package bieten.

silicon.de: Man bekommt aber jeweils das gesamte Enhancement Package für alle Module?

Denecken: Ja. Es ist wichtig zu sagen, dass wir inzwischen die Business Suite synchronisiert anbieten. Früher hatte man die Upgrades für die einzelnen Module zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Jetzt kommen die Enhancement Packages rund alle 9 Monate für alle Module der Suite zu einem Datum. Dann kann man über das so genannte Switch Framework wie auf einer Klaviatur in allen Modulen die Funktionalitäten freischalten.

silicon.de: Habe ich als Anwender auch eine Vorschaufunktion?

Denecken: Ja, wir haben sehr viel investiert in die Beschreibung, wo für den Anwender der Mehrwert liegt. In diesem Zusammenhang sind auch die Best-Run-Now-Packages zu nennen. Wir haben im vierten Quartal angefangen, in Zusammenarbeit mit unseren Kunden mehr als 20 Software-Pakete zu schnüren, die speziell die Kundenbedürfnisse in der derzeitigen Finanzkrise adressieren. Das waren solche Themen wie Cash-Management oder auch Talent-Management. Das sind Pakete, die haben wir zusammen mit den Enhancement Packages auf dem Markt platziert. Der Kunde muss damit nicht mehr die Gesamtlösung upgraden, sondern kann gezielt diese Pakete nutzen.

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