Qimonda: “Schickt uns nicht zum Teufel!”

Management

Die Mitarbeiter des insolventen Speicherchipherstellers Qimonda haben am Mittwoch für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Zu dem Protestzug durch die Dresdner Innenstadt hatten der Betriebsrat und die IG Metall aufgerufen.

Nach Angaben der Qimonda-Pressesprecherin Anja Berger haben an der Demonstration rund 2000 Qimonda-Mitarbeiter teilgenommen. Die Demo schlängelte sich durch die Innenstadt von Dresden. Die Demonstranten trugen Plakate und Spruchbänder mit Aufschriften wie “Braucht Deutschland nur Banken? – oder auch Spitzentechnologie!”, “Schickt uns nicht zum Teufel, wir wehren uns! und “Don’t let Qimonda choke, Germany Technology is no joke”.

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Die Stimmung unter den Mitarbeitern war dennoch sehr motivierend und hoffungsvoll, sagte Berger gegenüber silicon.de. “Es waren viele Familien mit dabei, die gemeinsam zum Ausdruck brachten, dass es um viel mehr geht als um die Arbeitsplätze”, sagte Berger. Einige Demonstranten waren nur enttäuscht, dass die Stadt Dresden sich nicht an der Demo beteiligt hat.

Mit der Demonstration sollte nochmals auf die Situation des verlustreichen Unternehmens aufmerksam gemacht werden, sagte der Betriebsratsvorsitzende Martin Welzel. Doch auch an die Dresdner Bürger sollte appelliert werden. Ein Großteil der Belegschaft sei trotz allem noch sehr zuversichtlich, sagte Welzel gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. “Wir haben ein Superprodukt. Es kann sich niemand vorstellen, dass die hohen Investitionen einfach aufgegeben werden”, führte Welzel weiter aus.

Der Qimonda-Betriebsrat hat inzwischen in einem offenen Brief die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) um Hilfe gebeten. “Um in der kurzen verbleibenden Zeit bis Ende März 2009 einen potentiellen Investor zu einer schnellen Entscheidung zu bewegen, muss die Politik in Deutschland und Europa schnelle, unbürokratische und der globalen Bedeutung gerecht werdende Unterstützung zusichern und umsetzen”, heißt es in dem Schreiben. “Handeln Sie, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, jetzt, damit Deutschland und Europa die Technologieführerschaft in der Halbleitertechnologie nicht verloren geht.”