Aus für den Itanium?

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Die Luft wird dünn für Intels Itanium. Immer weniger Hersteller wollen sich auf das Abenteuer mit dem einstigen Hoffnungsträger einlassen. Nun hat der Server-Hersteller und Mainframe-Spezialist Unisys der CPU eine klare Absage erteilt.

“Die Anziehungskraft des Itaniums hat sich für die meisten Hersteller verflüchtigt”, erklärt Colin Lacey, Vice President für Systeme und Storage bei Unisys, in einer Telefonkonferenz. Inzwischen engagiere sich mehr oder weniger nur noch ein Hersteller beim Itanium. Dieser eine Hersteller ist HP.

Zudem sei ein Technologie-Refresh schon längst überfällig. Lacey spielt dabei auf den vierkernigen Tukwila an. Daher sei – auch aufgrund der schlechten Performance des Chips – der Itanium für Unisys keine Option mehr. Schließlich könne der Xeon in Sachen Leistung dem deutlich teureren Itanium durchaus das Wasser reichen und übertreffe sogar teilweise dessen Leistung. Auch die Ausfallsicherheit könne sich messen.

Der von Unisys neu vorgestellte Server ES7000 Modell 7600R, der auf einem 6-kernigen Intel Xeon basiert, beweise schließlich, dass Xeon das überlegene System ist.

“Wir haben Itanium-Server im Angebot, aber man kann nach mehrjährigen Erfahrungen wirklich sagen, dass es ein absolutes Nischen-Produkt ist”, erklärte Fujitsu-Siemens-CTO Josef Reger vor einigen Monaten im Gespräch mit silicon.de. Ursprünglich wollte auch FSC die Mainframes BS2000 auf Itanium migrieren. “Wir haben uns dagegen entschieden, weil die Konsolidierungsvorteile, also dass alles auf der gleichen Plattform laufen kann, für uns und für die Kunden Vorteile bieten. Wir haben das ganz genau analysiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir die technischen Vorrausetzungen auch auf x86 haben”, so Reger damals.

“Es macht von der Leistung her einfach keinen merklichen Unterschied, ob man eine Windows SQL-Datenbank auf einem Itanium oder einem Xeon betreibt”, so Lacey. Jedoch biete Xeon eben gegenüber dem Itanium einen großen Kostenvorteil.

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