Microsoft-Klage gegen Open-Source-Technologien

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Microsoft hat den GPS-Hersteller TomTom wegen Patentverletzungen angeklagt. Dabei stehen offenbar auch Linux-Technologien zur Debatte. Microsoft versichert, damit nicht generell gegen Open Source vorzugehen. In der Branche jedoch gibt es erhebliche Zweifel.

Vor wenigen Tagen hatte Bob Muglia, President Server und Tools bei Microsoft, erklärt: “Irgendwann werden beinahe alle unsere Prudute Open Source beinhalten.” Als hätte das noch nicht gereicht, schob Muglia nach: “Wenn MySQL oder Linux besser geeignet sind, dann sollte man natürlich diese Produkte verwenden.”

Da schwingt so viel Anerkennung für Open-Source-Software mit, dass man fast schon wieder stutzig wird. Denn unvergessen sind die zahlreichen Microsoft-Kampagnen und Tiraden gegen Linux und dessen Anwenderschaft. Nun scheint Microsoft nach dem Modell zu handeln: “If you cant beat them, join them.”

Eine besonders umstrittene Verbindung ist Microsoft ja bereits mit Novell eingegangen. Daneben signalisiert das Unternehmen mit Aussagen wie denen Muglias einen neuen Schmusekurs gegenüber Open Source. Aber wie ist in diesem Zusammenhang die Patentklage gegen TomTom zu werten?

Acht Patente verletzte der Hersteller TomTom, so Microsoft in der in Washington eingereichten Klage. Drei davon haben mit Linux zu tun. Microsoft Generalanwalt Horacio Gutierrez erklärte, dass Microsoft sich zu dieser Klage aufgrund gescheiterter Lizenzverhandlungen entschieden habe. Daher sei diese Klage auch nicht als ein Angriff auf die Open-Source-Welt zu werten, versichert Gutierrez. “Wir sehen, dass Open Source auch weiterhin Teil dieser Industrie sein wird”, so der Anwalt.

“Microsofts Verhalten ist bedrohlich”, sagt hingegen Eben Moglen, Professor an der Columbia Law School und Chariman des Software Freedom Law Centers. Man prüfe aktuell die Situation und erwäge verschiedene Möglichkeiten.

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