Qimonda-Mitarbeiter demonstrieren in München

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Rund 1000 Mitarbeiter des insolventen Speicherchipherstellers Qimonda gingen am vergangenen Mittwoch für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze in München auf die Straße. Sie wollen die Politiker auf die Lage des Konzerns aufmerksam machen und hoffen, dass die Infineon-Tochter doch noch Zukunft hat.

Ganze Familien waren bei der Demonstration dabei, welche am Deutschen Museum in München ihren Start hatte. Dieser Punkt wurde ganz bewusst von den Organisatoren, dem Münchner Qimonda-Betriebsrat, gewählt. Unter dem Motto: “Qimonda hat Zukunft – Schlüsseltechnologie gehört nicht ins Museum!” marschierten die Qimonda-Mitarbeiter durch die Münchner Innenstadt.

Mit Aufschriften auf den Spruchbändern und Plakaten, wie “Qimonda jetzt fördern: Wir sichern den europäischen Halbleiterstandort.”, “120 Milliarden für die Hypo Real Estate aber für Qimonda ham’s koa Geld!” und “Spielekonsole ohne Qimonda-Speicherchips?” machten die Demonstranten auf sich aufmerksam.

Die Schlusskundgebung fand auf dem Münchner Wittelsbacherplatz statt – direkt vor der Siemens-Hauptverwaltung. Denn der Siemens-Konzern ist nicht unschuldig an der jetzigen Misere. Mit der Auslagerung von Infineon im Jahr 2006, der Muttergesellschaft von Qimonda, wurde der Prozess eingeleitet, der jetzt vorläufig bei der Insolvenz von Qimonda endete. Vor der versammelten Belegschaft forderten Sprecher des Münchener Betriebsrats finanzielle Unterstützung von Land und Bund. Der SPD-Landtagsabgeordnete Markus Rinderspacher versprach den Qimonda-Mitarbeitern auch Unterstützung. “Die SPD wird im bayerischen Landtag alles tun, um die 1400 Arbeitsplätze in München zu erhalten”, sagte Rinderspacher.

Ehmalige Qimonda-Mitarbeiter waren auch bei der Kundgebung dabei und machten auf ihr Schicksal aufmerksam. Denn rund 250 Münchner Mitarbeiter hatte Qimonda im gegenseitigen Einvernehmen mit einem sogenannten Aufhebungsvertrag verlassen. Dafür wurde den Mitarbeiern erhöhte Abfindungen versprochen. Die Abfindungsauszahlung war vertraglich für Ende Januar 2009 vorgesehen. Doch durch die beantragte Insolvenz am 23. Januar bekam keiner der Ex-Mitarbeiter auch nur einen Cent ausgezahlt.

Wie die Zukunft des Speicherherstellers aussieht, ist im Augenblick ungewiss. Der Münchner Qimonda-Betriebsrat hat in einem offenen Brief an den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer um Unterstützung gebeten. Doch bislang war von dieser Seite noch nichts zu hören. Bis Ende März muss der Insolvenzverwalter Michael Jaffé einen Investor gefunden haben, um die Standorte Dresden und München, wenn auch in abgespeckter Form, am Leben zu halten.