Ist Linux nur ein Windows auf Sparflamme?

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Christoph Stoica ist bei Novell Director End-User Computing Central Europe. Auf der CeBIT hat er im Gespräch mit silicon.de dargelegt, wo er für Linux derzeit die größten Chancen sieht, aber auch, wo er das quelloffene Betriebssystem nicht sieht. Denn, so glaubt der Novell-Manager, Betriebssysteme werden generell in ihrer Bedeutung für den Nutzer abnehmen.

silicon.de: Was tut sich denn derzeit in Sachen Linux-Desktop?

Stoica: Bei uns steht ja Suse Linux Enterprise in der Version 11 an. Das bedeutet eben auch eine neue Version des Enterprise Desktops und der wird auch in der Version 11 in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen zu haben sein, zum Beispiel als Thin Client oder auch als Fat Client.

silicon.de: Was sind hier die wesentlichen Neuerungen?

Stoica: Die wesentlichen Neuerungen, die dem Benutzer am augenfälligsten sein dürften, sind das Moonlight-Projekt. Das bedeutet, dass der Anwender in der Lage ist, auch sämtliche Microsoft-Media-Formate abspielen zu können, interpretieren zu können. Das ist ein wichtiger Schritt für den Linux-Desktop generell, aber für den Suse Linux Enterprise Desktop natürlich ganz besonders.

C. Stoica, Direktor bei Novell
Christoph Stoica von Novell: Linux ist nicht der einzige Faktor der an der Monopolstellung von Windows rüttelt. Foto: M. Schindler

silicon.de: Das bedeutet für mich als Nutzer, dass ich die gleichen Möglichkeiten habe wie ein Microsoft-User?

Stoica: Ja, insbesondere in Bezug auf Silverlight-Inhalte. Das prominenteste Beispiel dafür ist die Inauguration Speech von Barack Obama. Das war ja, wenn man so will, das vorgezogene Release von Moonlight 1.0, denn zu diesem Anlass haben wir das zur Verfügung gestellt, so dass auch Linux-Anwender über die Website sich das Video ansehen konnten. Grundsätzlich aber geht es dabei darum, bestimmte Formatänderungen richtig interpretieren und ausführen zu können.

Das ist eben eines der vielen Produkte, die durch die Partnerschaft mit Microsoft gefördert wurden. Das heißt für den Anwender auch, das Microsoft auf der eigenen Webseite auch die Codecs zur Verfügung stellt, die man sich dort kostenfrei herunterladen kann.

Der zweite Zentrale Bereich ist sicherlich Open Office. Das hat seit der Version 10 des Suse Linux Enterprise Desktop entscheidende Schritte gemacht. Das hat nicht nur auf der Produktseite, sondern auch in der Produktpsychologie entscheidende Schritte gemacht. Es gibt eine immer größer werdende Bereitschaft, nicht nur bei Linux-Anwendern, sondern auch bei Microsoft-Usern, sich mit dem Produkt auseinander zu setzen. Es gibt inzwischen eine große Akzeptanz für die Idee, sich mit Open Source zu beschäftigen.

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