Release-Wechsel schlucken Großteil des IT-Budgets

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Unternehmen in Deutschland sind fleißig, wenn es um die Einhaltung der Softwarefristen geht. Sie geben einen Großteil ihren Budgets für Software-Release-Wechsel aus. Doch sie können es sich in der Krise vielleicht bald nicht mehr leisten, jeden Sprung mitzumachen.

Wie eine Umfrage des deutsch-österreichischen Beratungsunternehmens C&P AG zeigte, folgen die meisten Firmen den Vorschlägen ihrer Softwarelieferanten. Vor allem bei den Kernanwendungen folgen sie etwa zur Hälfte den Herstellern und führen die empfohlenen Migrationen durch. An der bisherigen Migrationslust soll sich jedoch angesichts sinkender Investitionsmittel zumindest bei einem Teil der mehr als 300 befragten Mittelstands- und Großunternehmen zukünftig etwas ändern.

Laut der Studie nimmt jedes achte Unternehmen über 50 Millionen Euro Umsatz bei allen Softwaresystemen die von den Softwarehäusern vorgesehenen Release-Wechsel vor. Weitere 41 Prozent der Firmen orientieren sich zwar ebenfalls recht stark an den Vorgaben der IT-Hersteller, beschränken sich dabei jedoch auf die Core-Anwendungen. Anders der mit 46 Prozent zahlenmäßig deutlich kleinere Rest der Unternehmen: Sie entscheiden nicht nach einem festen Muster sondern relativ flexibel, ob es für den betreffenden Migrationsanlass einen ausreichenden technischen oder sonstigen Bedarf gibt, teilte die C&P AG mit.

Die offenbar mehrheitlich verbreitete Absicht, zumindest in einigen Software-Bereichen technologisch immer möglichst weit vorne zu rangieren, hat jedoch deutliche Konsequenzen für die IT-Budgets. So haben die Migrationsprojekte der letzten drei Jahre bei 44 Prozent der befragten Firmen durchschnittlich zwischen 26 und 50 Prozent der IT-Budgets oder sogar noch mehr verschlungen. Typischerweise liegen die Ausgaben für die Release-Wechsel zwischen 10 Prozent und einem Viertel der IT-Etats. Nur in Ausnahmefällen wurde zuletzt weniger dafür ausgegeben.

Allerdings gibt es nach den Erkenntnissen der C&P-Studie zumindest in einem Teil der Unternehmen Überlegungen, beim ständigen Wechsel auf neuere Softwareversionen zukünftig einen Gang zurückzuschalten. 41 Prozent planen “auf jeden Fall” oder “voraussichtlich” eine restriktivere Vorgehensweise, weil die Budget-Möglichkeiten für solche Investitionen weniger Spielraum als in der Vergangenheit geben. Mehrheitlich jedoch wollen sie keine großartige Veränderung in ihren Migrationsstrategien vornehmen. Die C&P AG warnte angesichts dieser Ergebnisse vor einem Investitionsstau, der ganze Branchen ausbremsen kann.