Unverhoffter Geldsegen für Infineon

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Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon erhält aus dem Einlagensicherungsfonds der deutschen Banken mehrere Millionen Euro. Das Geld fließt aus den Einlagen zurück, die der Münchner Hersteller bei der zusammengebrochenen Investmentfirma Lehman hatte.

Die Kasse des angeschlagenen Halbleiterkonzerns Infineon füllt sich unverhofft. Das Unternehmen erhalte 95 Millionen Euro aus seinen Lehman-Anlagen zurück, sagte ein Sprecher am Dienstag. Insgesamt hatte das Unternehmen bei der zusammengebrochenen US-Investmentbank 120 Millionen Euro investiert. Infineon gehe davon aus, auch das restliche Geld zurück zu bekommen, sagte der Sprecher.

Fließen werden die Millionen aus dem Einlagensicherungsfonds der deutschen Banken, in dem die deutsche Lehman-Tochter Mitglied war. Wie Infineon haben bereits große institutionelle Anleger ihr bei der deutschen Tochter angelegtes Geld zu großen Teilen zurückerhalten. Für Infineon kommt der Geldsegen zur rechten Zeit: Der Halbleiterkonzern leidet unter einem Absatzeinbruch und erklärte sein mangelndes Engagement für die insolvente Tochter Qimonda mit Geldsorgen. Wie der ORF berichtete, klagt der Konzern auch über die Kosten, die für erfolgte Entlassungen anfallen.

Erschwerend kommt hinzu, dass im September eine Kreditlinie über 300 Millionen Euro ausläuft und ein Jahr später zwei Anleihen über rund 700 Millionen Euro fällig werden. Durch den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken sind die Guthaben jedes einzelnen Kunden bei den privaten Banken bis zur Höhe von 30 Prozent des maßgeblichen haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank zum Zeitpunkt des letzten veröffentlichten Jahresabschlusses voll gesichert. Dieser Schutz umfasst alle “Nichtbankeneinlagen”, also die Guthaben von Privatpersonen, Wirtschaftsunternehmen und öffentlichen Stellen.