Internet-Wirtschaft hält Netzsperre für sinnlos

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Die in einem Gesetzentwurf geplante Sperrung von kinderpornografischen Angeboten im Netz stößt auf den Widerstand eines Betreiberverbandes.

Der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco kritisiert den Schritt des Bundeskabinetts: “Die Provider tun sich deshalb so schwer mit der Sperre, weil sie nicht hilft”, so Michael Rotert, der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, gegenüber der Berliner Zeitung.

“Es ist wie eine Sonnenbrille, die Sie aufsetzen, wenn die Sonne richtig gleißend scheint. Im ersten Augenblick sehen Sie nichts und dann ist alles wieder da”, veranschaulicht Rotert den Effekt der Sperre.

Diese Sperren ließen sich auch ohne Expertenwissen leicht umgehen. Zudem könnten schon bald Anleitungen auftauchen und über das Web veröffentlicht werden, in denen aufgezeigt wird, wie sich trotz Sperre ungehindert Surfen lässt.

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch Eckpunkte für Zugangssperren zu entsprechenden Web-Angeboten verabschiedet. Über eine Liste, die von staatlichen Stellen bereit gestellt werden soll, werden Internet Provider dann angehalten, Seiten zu sperren.

Der Hightech-Verband Bitkom begrüßte hingegen den Schritt. Auch wenn sich diese Sperren umgehen ließen, gehe von der Maßnahme sowie dem Gesetz ein wichtiges gesellschaftliches Signal aus.

Rotert hingegen fürchtet, dass derartige Sperrlisten “innerhalb kürzester Zeit auch irgendwo auf Schulhöfen und in der Öffentlichkeit gehandelt werden”. Damit sei den Opfern wirklich nicht geholfen. Der Verband spricht für rund 400 Unternehmen der Branche, darunter viele Internet-Provider.

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