Chef von Lycos Europe tritt zurück

E-GovernmentEnterpriseManagementProjekteRegulierungService-Provider

Nach zwölf Jahren im Amt verlässt Christoph Mohn den defizitären Internet-Dienstleister. Der 43-Jährige wird mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 28. Mai 2009 ausscheiden. Sein Nachfolger soll der bisherige CFO Fred Wilsdorf werden.

Wie Lycos Europe mitteilt, wird in der Hauptversammlung der bisherige Chief Financial Officer Fred Wilsdorf als neues Mitglied des Vorstands und CEO vorgeschlagen werden. Mohn war seit der Gründung von Lycos Europe im Jahr 1997 CEO des Unternehmens.

Ende November 2008 hatte Lycos Europe beschlossen, seine werthaltigen Geschäftsbereiche zu veräußern und sein unprofitables Webhosting- sowie Portalgeschäft einzustellen. In den vergangenen Monaten verkaufte der Konzern seinen Free-Hosting-Dienst Tripod, seinen Domain-Registrar United-Domains, sein dänisches Portalgeschäft und seinen Webhosting-Service.

Beschlosssen hatte dies das Unternehmen im Dezember auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Amsterdam. Durch die Entscheidung verloren 500 der rund 700 Beschäftigten ihre Arbeitsplätze. Auch in Deutschland sind 250 Mitarbeiter vom Verlust ihrer Arbeitsplätze betroffen. Beschlossen wurde auch eine Auszahlung von 50 Millionen Euro an die Aktionäre.

Lycos Europe hatte lange Verluste geschrieben. Hauptaktionäre sind der deutsche Bertelsmann-Konzern und die spanische Telefonica. “Obwohl Lycos Europe – gemessen an der Reichweite – zwischenzeitlich größtes europäisches Internetportal war, ist es uns nicht gelungen, unsere Geschäftsmodelle in steigendem Maße zu monetarisieren”, begründete Mohn im Dezember das Vorgehen.