IBM schickt Roboter zu ‘Wer wird Millionär?’

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Zuerst ließ IBM einen Schachrechner gegen den Großmeister Garry Kasparov antreten. Jetzt soll eine Maschine in der Quizshow ‘Jeopardy’ Fragen aus vielen unterschiedlichen Bereichen lösen. Watson, so der Name des Supercomputers muss dabei die gleichen Probleme lösen wie ein Mensch. Er muss die Fragen verstehen, muss eigenständig Antworten herausfinden und diese auch artikulieren.

“Das Ziel ist, Watson wie einen Menschen denken und handeln zu lassen”, so David Ferrucci gegenüber der BBC. Die Maschine soll Nutzerfragen und –absichten verstehen und dann eine entsprechende und hoffentlich richtige Antwort geben.

Seit zwei Jahren perfektionieren IBM-Forscher wie Ferrucci das System, das nach dem IBM-Gründer Thomas J. Watson Senoir benannt ist. Die größte Schwierigkeit dabei sei aber, dem System beizubringen, was es eigentlich wissen soll.

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Ob es IBMs Watson gelingen wird, Ken Jennings vom Thron zu stoßen, der Jeopardy 74 Mal in Folge gewonnen hat?

1997 trat IBM mit Deep Blue gegen den Schachmeister Kasparov an. Damals ging es eben um ein einzelnes, klar umrissenes Problem. Der Rechner konnte in der Sekunde 200 Millionen Schachzüge berechnen, kam dabei aber mit einer überschaubaren Zahl von Algorithmen aus.

Jetzt muss sich die Maschine einer ganz neuen Herausforderung stellen, denn die Fragen, die bei Jeopardy gestellt werden, stammen aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Sport, Geschichte, Kunst – um nur einige zu nennen. Zudem werden hier auch Rätsel gestellt, vielleicht noch mit einer Prise Ironie oder Wortwitz. Doch solche Feinheiten findet Watson nicht lustig und die Wahrscheinlichkeit, dass er die Frage falsch versteht, ist in einem solchen Fall sehr hoch. Es geht also nicht mehr nur um Worte und deren Bezüge untereinander, sondern um Bedeutungen.

Daher wird Watson bei der Show auch einen elektronischen Text vorgelegt bekommen. Die anderen Mitspieler bekommen ebenfalls den Text und werden die Fragen zudem vom Showmaster Alex Trebek vorgelesen bekommen.

Während der Show wird der Rechner keine Verbindung zum Internet haben, muss also alle Fragen von seiner Festplatte aus mit einer synthetischen Stimme beantworten.

IBM ist jedoch nicht in erster Linie auf das Preisgeld bei der Show aus. Sondern man will auf diese Weise zeigen, dass die IBM-Suchtechnologie in der Lage ist, Google hinter sich zu lassen. Unternehmen sollen über IBM-Suchtechnologie schneller zu den richtigen Antworten finden, erklärt Ferrucci. Das Problem einer menschlichen Entscheidung ist immer, dass man nur eine begrenzte Zahl an Informationen verarbeiten kann, um zu einer Entscheidung zu kommen. Watson hingegen soll auch die entlegenste Information in das Urteil hinein rechnen. Eine Technologie die künftig möglicherweise in Anwendungen integriert werden könnte.

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