Femtozellen: Markteuphorie oder echte Chance?

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Femtozellen sind Mobilfunkzellen beziehungsweise Minibasisstationen, die auch zuhause betrieben werden können. Sie haben das Potenzial, die Architektur und den Betrieb mobiler Netze sowie den Zugang zu mobilen Services zu verändern.

Im Laufe der nächsten sechs bis neun Monate werden in Westeuropa eine ganze Reihe Probeinstallationen mit Femtozellen sowie kommerzielle Angebote auf den Weg gebracht. Dass Femtozellen in letzter Zeit viel Begeisterung hervorgerufen haben, steht außer Zweifel. Doch diese Euphorie lässt nach – und das birgt die Gefahr, dass die Potenziale der Femtozellen unterschätzt beziehungsweise ignoriert werden.

1. Die Chancen

Für Mobilnetzbetreiber (MNOs, Mobile Network Operators) bieten Services auf der Basis von Femtozellen (FeS, Femtocell-Enabled Services) eine Chance, die es ihnen ermöglicht, einige der Herausforderungen anzugehen, mit denen der Mobilfunkmarkt in den letzten Jahren zu kämpfen hatte. Insbesondere geht es darum, die vorhandene Umsatzbasis trotz sinkender Tarife und der Konkurrenz durch die Bündelangebote von Festnetzbetreibern zu sichern sowie die Kosten zu dämmen. Laut IDC ergeben sich aus Femtozellen unter anderen folgende Möglichkeiten:

Gewinnung von Umsatzanteilen im Bereich Festnetzgespräche: Mit Hilfe von Femtozellen können die Mobilfunkanbieter die Preise für Anrufe auf Festnetznummern (lokal, national, international) an die Festnetz- beziehungsweise Homezone-Tarife anderer Anbieter anpassen – ein Anreiz für Kunden, ihre separaten Festnetz- beziehungsweise Homezone-Verträge aufzugeben.

Gewinnung von Umsatzanteilen bei anderen Festnetzdiensten: Mit Femtozellen können die Mobilfunkanbieter zudem attraktive Bündelangebote aus mobilen und Inhouse Services, Festnetzbreitbandanschlüssen für das Internet und IP-TV auf den Markt bringen. Wird das Ganze zu einem guten Preis angeboten, wäre das ein guter Grund für Kunden, ihre derzeitigen diversen Mobilfunk-, Internet- und Festnetzverträge zu kündigen und den Anbieter zu wechseln.

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