Schließt Qimonda sein Werk endgültig?

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Seit wenigenTagen steht so gut wie fest, dass auch Russland kein potenzieller Investor für die insolvente Infineon-Tochter Qimonda darstellt. Die Produktionsstätten werden nun vorrausichtlich Ende Mai komplett dicht gemacht.

Der Insolvenzverwalter von Qimonda Michael Jaffé gab nun eine letzte Frist zur Investorenfindung bekannt. Diese Deadline bis Ende Mai setzte er nicht nur den bisherigen Interessenten, darunter die chinesische Inspur, auch für die Investorensuche selbst scheint Ende des Monats Schluss zu sein. Es blieb allerdings offen, wie und ob es ab Juni mit dem Speicherchiphersteller weiter gehen soll. Den Beteiligten rennt nun die Zeit davon.

Bei einer Mitarbeiterversammlung vergangen Woche am Standort Dresden wurde den 500 Beschäftigten des Insolvenzverwalters Jaffé wenig Hoffnung gemacht, bis Ende Mai noch einen Investor zu finden. Das Insolvenzverfahren für Qimonda war am 1. April eröffnet worden. Fast 2500 Mitarbeiter aus Dresden und München wechselten in eine Transfergesellschaft.

Luftbild Dresden
Der Qimonda-Standort in Dresden. Nebenan befindet sich der Mutterkonzern Infineon.
Foto: Qimonda

Am Standort in Portugal haben die ehemaligen Beschäftigen derweil einen eigenen Plan für einen Industriepark in Vila do Conde vorgelegt, um den dortigen Arbeitnehmern eine Perspektive zu geben. Präsentiert wurde der Plan für den Industriepark, welcher das Qimonda-Werk komplett ersetzten und neue Arbeitsplätze für die gut 1700 ehemaligen Beschäftigten schaffen soll, vor dem Bürgermeister der 24.000 Einwohner Stadt. Wie dies allerdings in die Realität umzusetzen ist, ist noch nicht klar. Zurückhaltend gibt sich der portugiesische Wirtschaftsminister Manuel Pinho, welcher laut Medienberichten bislang nicht auf eine Bitte um Anhörung der Belegschaft reagiert hat.