McLaren entwickelt F1-Boliden mit SAP All-in-One

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Rennsportbegeisterte haben das SAP-Logo auf den Boliden von McLaren Mercedes schon längst bemerkt. Aber der Software-Hersteller ist nicht nur Sponsor. Peter Grendel ist bei SAP Vice Presiden Global Technical Account Management und damit auch für den nicht ganz alltäglichen Anwender McLaren zuständig. Im silicon.de-Interview erklärt er, warum der Rennstall mit der Mittelstandslösung All-in-One bessere und schnellere Autos baut.

silicon.de: Wie kann ein Software-Hersteller einem Rennstall wie McLaren dabei helfen, ein schnelleres Auto zu bauen?

Grendel: Deren Hauptbusiness ist es natürlich, schnelle Autos zu bauen. Software ist dafür ja nur ein Vehikel. Der Rennstall ist eine Tochter der Daimler AG. Gerade bei Mercedes-Benz ist ein Formel-1-Wagen ein komplexes Gebilde. Denn es sind in diesem Fall drei Standorte, die unter einen Hut gebracht werden müssen. Da ist zunächst einmal der Standort Stuttgart, wo die Prototypen der Motoren entwickelt und produziert werden. In Brixworth, England, wird der Motor gefertigt und dann geht es nach Woking in den Rennstall, wo der gesamte Rennwagen gebaut wird.

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silicon.de: Wann kam SAP mit McLaren ins Geschäft?

Grendel: SAP und McLaren Mercedes verbindet eine langjährige Partnerschaft. Intensiviert wurde diese Partnerschaft, als wir das Team beim Umstieg von V10 auf V8 im Jahre 2004 begleitet haben. Damals gab es entsprechende Regeländerungen des Weltverbandes FIA und McLaren Mercedes musste einen komplett neuen Motor konzipieren. Wir haben damit angefangen, sämtliche Prozesse unter die Lupe zu nehmen, die entscheidend waren für den Motorenbau und um den Motor stabiler zu machen. In der vorangegangenen Rennserie hatte es mit dem V10-Motor viele Probleme gegeben. Insgesamt war das eine ziemlich verkorkste Saison für das Team gewesen.

silicon.de: Wie kann aber eine Software zum Beispiel den Motor besser machen?

Grendel: Um die Fehlerquellen zu finden, haben wir zusammen mit dem Team und unserem Partner itelligence erst eine Qualitätsanalyse gemacht, darauf aufbauend eine Prozessanalyse und haben das im Rahmen eines IT-Projektes schließlich mit abgebildet. Eine der größten Herausforderungen daran waren die drei Standorte, die ich eingangs erwähnt habe. Der Bau eines Motors fängt in Stuttgart mit einem Einzylindermotor an. Der Rennmotor wird in Brixworth weiterkonzipiert und gefertigt. Die Prüfstände wiederum sind teilweise wieder in Stuttgart oder in Brixworth. Man hat hier also mehr oder weniger eine Dreiecksbeziehung.

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