“ROFL”: Chat-Deutsch ist keine Bedrohung für die Sprache

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In Internet-Chats wimmelt es vor speziell kreierten Kürzeln und Comic-artigen Aktionsworten. Nicht wenige befürchten deshalb – wieder einmal – den Niedergang der Sprachkultur in der jungen Generation. Die Linguistik-Professorin Angelika Storrer hat dafür jedoch in ihrer aktuellen Untersuchung keine Anhaltspunkte gefunden. Vielmehr sei das chatten an sich bedroht.

“Für Chats kann ich Entwarnung geben”, sagte Storrer gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Außerhalb des Internets tauche Chat-Sprache bisher lediglich in Abi-Zeitungen gehäuft auf. Die Belletristik spiele höchstens – wie zum Beispiel Daniel Kehlmann in “Ruhm” – ironisch mit Chat-Protokollen.

Für Außenstehende wirkt “Chat-Deutsch” dagegen oft wie eine Geheimsprache, beispielsweise bei Abkürzungen wie ‘rofl’ (rolling on the floor laughing) oder ‘afk’ (away from keyboard). Aktionsworte wie “schmoll, knuddel, dahinschmelz, däumchendreh” sind dagegen Eigenheiten des Chats und simulieren Mimik oder Gestik.

“Chat-Schreiber stehen unter Zeitdruck und müssen möglichst ökonomisch tippen”, erläuterte Storrer. “Denn Schnelligkeit wird oft als schön empfunden.” Sie hat für ihre Studie 480 Chat-Protokolle auf ihre Besonderheiten untersucht. Typisch für alle Chats sei jedoch ein spürbarer Stresslevel. Bei einem Test wechselten die Beteiligten 13 Mal in der Minute zwischen Lesen und Schreiben. Häufig entstehen dabei unzählige Rechtschreibfehler. Sie erklärt sich Storrer jedoch eher mit Zeitdruck als mit dem Unvermögen der Schreibenden.

Nach ihrer Meinung ist der Chat möglicherweise schon bald aus der schnelllebigen Internet-Welt verschwunden. “Das Skypen ist dabei, dem Chatten den Rang abzulaufen”, berichtet die Wissenschaftlerin. Besonders im Beruf verdränge die mündliche Kommunikation per Internet und Webcam das schnelle Getippe im Netz.