Studenten erleichtern elektronische Behördengänge

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Studenten des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben ein System entwickelt, das es Bürgern der EU erleichtern soll, Behördengänge elektronisch zu erledigen. Die Lösung von Mohammed AbuJarour, Mircea Craculeac, Falko Menge, Jan-Felix Schwarz und Tobias Vogel heißt ‘PoSR’.

Die Buchstaben des Kürzels stehen für ‘Potsdam Services Registry’. Die Lösung macht es nach Angaben des HPI einem Internetnutzer einfach, elektronische Dienstleistungen aus verschiedenen Quellen miteinander zu kombinieren, ohne dafür programmieren zu müssen.

“Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit der EU-Dienstleistungsrichtlinie”, sagte Professor Felix Naumann, Leiter des HPI-Fachgebiets Informationssysteme. Die Richtlinie soll bürokratische Hindernisse und zwischenstaatliche Hemmnisse abbauen, damit es vor allem Unternehmer leichter haben, in anderen Mitgliedsländern Firmen zu gründen und Dienstleistungen grenzüberschreitend anzubieten.

“Eine der zentralen Komponenten unseres Systems ist eine Suchmaschine für so genannte Webservices, also im Internet bereitgestellte elektronische Dienstleistungen – etwa die Prüfung eines Firmennamens, die Eintragung eines Markenzeichens oder die Registrierung beim Finanzamt”, so Mohammed AbuJarour. Das PoSR-System erzeuge automatisch eine Bedienungsoberfläche für den Nutzer. “Ein Firmengründer kann damit kinderleicht zum Beispiel alle Dienstleistungen kombinieren, die ihm aufgelistet werden und die er für seine Gewerbeanmeldung benötigt.” So entstehe eine nach den Bedürfnissen des Unternehmers zusammengesetzte Internetanwendung, die sofort nutzbar sei.

Das System nehme zum Beispiel die Arbeit ab, dieselben Informationen mehrfach in verschiedene Formulare einzutragen. Da es sich um eine Internetlösung handele, könnten Nutzer beim Erstellen neuer Dienst-Kombinationen zusammenarbeiten und bisherige Anwendungen weiterentwickeln.

Technische Basis für das System ist die Modellierungsplattform ‘Oryx’ des Hasso-Plattner-Instituts. Diese Plattform erlaubt es, grafische Modelle direkt im Webbrowser zu erstellen. So kann der Nutzer mit Diagrammen festlegen, welche Webservices kombiniert werden sollen. “Oryx wird bei uns im Institut fachbereichsübergreifend genutzt und leistet bei PoSR einen wichtigen Beitrag dazu, Internetanwendungen einer neuen Generation zu realisieren”, sagte Professor Mathias Weske, Leiter des Fachgebiet Business Process Technology.