“Warum kaufen Unternehmen eigene PCs?”

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Gartner-Analyst Peter Sondergaard hat kürzlich die provozierende Frage gestellt, warum Unternehmen überhaupt noch eigene PCs kaufen. Um Kosten zu sparen, sollten sie die Mitarbeiter vielmehr in die Lage versetzen, mit eigenen Geräten im Unternehmen in virtuellen Umgebungen zu arbeiten.

Diese Äußerung Sondergaards ist Wasser auf die Mühlen des Leverkusener IT-Dienstleisters Centracon, der für eine “Liberalisierung der IT-Arbeitsplätze” plädiert. Die Mitarbeiter sollten den privaten Laptop am Arbeitsplatz im Unternehmen nutzen können, hieß es von Centracon-Geschäftsführer Robert Gerhards.

DAX-notierte Konzerne denken demnach bereits darüber nach, auf welcher Basis sie den gesicherten Zugang privater Laptops in das Firmennetz zulassen können. Hintergründe dieser Überlegungen seien veränderte Nutzergewohnheiten und die zunehmende Ausweitung beruflicher Aufgaben über den Arbeitsplatz in der Firma hinaus. Neue technische Möglichkeiten wie Virtualisierungstechnologien forcierten diese Vorhaben.

“Die herkömmlichen Grenzen zwischen den Tätigkeiten am Firmenrechner und der privaten PC-Nutzung sind längst stark verschwommen, zukünftig werden die Überschneidungen noch größer werden”, so Gerhards. Immer Mitarbeiter nutzten private Laptops für auch berufliche Aufgaben. “Der ständige Wechsel der Clients ist aufwändig und wird immer mehr zum Ärgernis für die Mitarbeiter.”

“Und umgekehrt spricht bei Realisierung der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen auch nichts dagegen, dass die Mitarbeiter ein privat gewohntes Arbeitsgerät zusätzlich im Job nutzen. Im Gegenteil würde sich dies eher positiv auf ihre Arbeitsmotivation auswirken.”

Was wie ein Tabubruch aussehe, sei nur die konsequente Nutzung neuer Möglichkeiten. Die heutige Koexistenz beruflicher und privater Geräte lasse sich mit Konzepten zur flexiblen Bereitstellung von IT-Arbeitsplätzen auf Basis der lokalen Virtualisierung von Clients beseitigen. “Demnächst wird es technisch problemlos möglich sein, auf einem Endgerät zwei verschiedene Desktops zu betreiben.”