NYT und Wikipedia vereinbaren Informationssperre

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Um die Entführung eines Reporters in Afghanistan geheim zu halten, hat die New York Times (NYT) mit der Online-Enzyklopädie Wikipedia zusammengearbeitet. Gemeinsam wurden Informationen aus Sicherheitsgründen gezielt unterdrückt. Dass dies in der weltumspannenden Community gelang, ist auch Wikipedia-Gründer Jimmy Wales zu verdanken.

Zuvor hatten anonyme Wikipedia-Nutzer immer wieder Informationen über die Entführung durch die Taliban auf der Website veröffentlicht. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit hatte man jedoch gelernt, dass die Öffentlichkeit die Verhandlungen mit den Kidnappern erheblich erschweren kann – und somit die Chancen für sein Überleben reduziert würden.

Ein Mitarbeiter der New York Times bemühte sich deshalb – unter einem Pseudonym – die Nachricht immer wieder aufs Neue zu löschen, ein ewiges Katz-und-Maus-Spiel war die Folge. Schließlich wandten sich die Verantwortlichen der News York Times an Jimmy Wales persönlich. Dieser zeigte sich kooperationsbereit und sorgte dafür, dass der gesamte Wikipedia-Eintrag zu Rohde eine Sonderbehandlung bekam.

In den folgenden Monaten wurde der Beitrag immer wieder mit Fakten zu der Entführung erweitert, schließlich eine temporäre Sperre ausgesprochen wurde. Dies brachte aber nur eine kurze Atempause. Hätte man den Artikel dauerhaft gesperrt, wäre es aufgefallen, immerhin passiert dies nur in absoluten Ausnahmefällen. Also wechselten sich kürzere Sperren und ein ewiges Korrigieren des Artikels laufend ab.

Keine einfache Angelegenheit, wie Wales einräumte: “Es hat wirklich geholfen, dass die Nachricht von keiner zuverlässigen Quelle kommuniziert wurde, sonst wäre es wohl schwer geworden, sie herauszuhalten.” Am 19. Juni gelang Rohde und Ludin die Flucht – seitdem herrschen auch wieder für den entsprechenden Wikipedia-Eintrag die bekannten Regeln.