Finanzkrise verschärft Fachkräftemangel

Management

Inzwischen ist der Fachkräftemangel auch in den Weiterbildungseinrichtungen angekommen. Dadurch verschärft sich das Fachkräfteproblem auch in anderen Bereichen.

Vor allem kommerzielle Anbieter geraten derzeit immer mehr unter Druck. Dabei kommen offenbar auch enger werdende finanzielle Spielräume bei der Vergütung des Personals zum Tragen. “Die Schwierigkeit für viele dieser Einrichtungen besteht darin, hinreichend pädagogisch qualifiziertes Personal zu finden, das auf Honorarbasis arbeitet”, teilt jetzt das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE) in einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung erstellten Expertise mit.

Unternehmen, die Weiterbildungen in Anspruch nehmen, seien immer weniger bereit, für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter Geld auszugeben, schrauben aber gleichzeitig ihre Anforderungen an die Weiterbildungsanbieter nach oben.

“Vor allem private Weiterbildungsanbieter, die kommerziell tätig sind, äußerten sich in der aktuellen Umfrage zum Thema Personalentwicklung. Die enger werdenden finanziellen Spielräume, der durch verschiedene Kostenträger ausgeübte Druck, der soeben eingeführte Mindestlohn für Lehrende sowie der bevorstehende Generationswechsel werden von den Anbietern als besondere Herausforderungen in ihrer Personalentwicklung eingestuft”, so Ingrid Ambos, Autorin der Studie.

Großen Bedarf sehen die Anbieter zudem in der Qualifizierung ihres Personals. Doch eine der wichtigsten Probleme bleibt der Zustrom von qualifizierten Lehrern, die falls möglich eher in andere Berufe wechseln. Und das aus gutem Grund. Ambos: “Auch das im Mai dieses Jahres verabschiedete Gesetz zum Mindestlohn für Lehrende in der Weiterbildung in Höhe eines monatlichen Einstiegsgehalts (Vollzeit) von 2.076,06 Euro brutto (Westdeutschland) und 1.847,69 Euro brutto (Ostdeutschland) kann als Beleg für die missliche materielle Situation von Mitarbeitenden in der Weiterbildung betrachtet werden.”

Ein weiteres Problem ist offenbar die Überalterung der Gesellschaft, die auch ihre Spuren in der Weiterbildung hinterlässt. Für Mitarbeiter, die altersbedingt ausscheiden, ist schwer junger Nachwuchs zu finden. Und ältere Mitarbeiter, so gaben die in der Umfrage interviewten Anbieter an, ließen sich selbst meist nur schwer zu einer Weiterbildung motivieren. Insgesamt wurden 1.849 von ihnen gemeinsam vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung und dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) befragt.

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