Die Top 10 der mittelständischen deutschen Standard-Software-Anbieter

Obwohl das Standard-Software-Geschäft ein typisch internationales Geschäft ist, spielen auf dem deutschen Markt neben einem Dutzend weltweit operierender Software-Konzerne zahlreiche hiesige Mittelständler eine wichtige Rolle. Auf sie hat 2008 die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise noch geringe Auswirkungen gezeigt. Nach Ermittlungen des Branchenverbandes Bitkom hat sich der Wachstumstrend der Vorjahre mit 5,3 Prozent fortgesetzt.

Diese Top-10 Mittelstand machten 2008 zusammen 1,1 Milliarden Euro Gesamtumsatz, wobei die jeweiligen Umsätze von 229 Millionen Euro (CompuGroup Holding AG) bis 57 Millionen Euro (SoftM Software und Beratung AG) reichen. Und hier das Ranking:

Nummer 1 der Top 10 der mittelständischen deutschen Standard-Software-Anbieter: Doe CompuGroup Holding AG, Koblenz. 2008 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 229,2 Millionen Euro, 2007 waren es 180,2. Alleine in Deutschland erzielte man 2008 einen Umsatz von 140,2 Millionen Euro, 2007 waren es 126,2. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 2700 Mitarbeiter beschäftigt, davon 1292 in Deutschland. 2007 waren es 1700 beziehungsweise 907.

Die Nummer 2 ist die Mensch und Maschine Software SE, Wessling, mit einem Gesamtumsatz in 2008 von 223,1 Millionen Euro (2007: 212,9). In Deutschland alleine erzielte man 57,3 Millionen Euro Umsatz (2007: 53,7). Die weltweite Mitarbeiterzahl betrug im vergangenen Jahr 388, 2007 waren es 327, davon 210 beziehungsweise 160 alleine in Deutschland.

Die Nemetschek AG, München, als Nummer 3 erzielte 2008 einen Umsatz von 150,4 Millionen Euro (2007: 146,2), davon 57,5 beziehungsweise 53,6 Millionen Euro in Deutschland. Im vergangenen Jahr beschäftigte man 1083 Mitarbeiter, das Jahr zuvor 1053. 430 beziehungsweise 417 waren es in Deutschland.

Nummer 4: Die PSI AG, Berlin mit einem Gesamtumsatz 2008 von 128,9 Millionen Euro (2007: 123,2), davon 93,0 beziehungsweise 97,1 Millionen Euro im Inland. 2008 beschäftigte die Firma 1099 Mitarbeiter, das Jahr zuvor 1034. Alleine in Deutschland waren es 1021 beziehungsweise 969.

Die Nummer 5 kommt ebenfalls aus Berlin: Die Beta Systems Software AGerwirtschaftete 2008 einen Umsatz von 90,4 Millionen Euro (2007: 88,6), davon 49,7 beziehungsweise 52,6 ausschließlich in Deutschland. 630 Mitarbeiter beschäftigte man 2008 weltweit (2007: 618), davon waren 509 im Inland tätig (2007: 486).

Die Addison Software und Service GmbH, Ludwigsburg auf Rang 6 erzielte 2008 einen Gesamtumsatz von 70,3 Millionen Euro, 2007 waren es 67,2 Millionen Euro alles ausschließlich in Deutschland. Die Mitarbeiterzahl belief sich 2008 auf 525, das Jahr zuvor waren es 506.

Die FJA AG aus München auf Rang 7 ist durchaus auch im Ausland tätig. 2008 setzte man 63,6 Millionen Euro um, 2007 waren es 61,3. Davon stammten 45,4 beziehungsweise 48,7 aus dem Inlandsgeschäft. 2008 waren 488 Mitarbeiter bei FJA tätig, das Jahr zuvor 469. 319 waren davon sowohl 2008 als auch 2007 alleine in Deutschland angestellt.

Die P&I Personal & Informatik AG aus Wiesbaden auf Rang 8 erzielte 2008 einen Umsatz von 59,4 Millionen Euro (2007: 54,5). 47,1 beziehungsweise 43,2 Millionen Euro entfielen davon auf Deutschland. 2008 verfügte P&P über 286 Mitarbeiter, das Jahr zuvor waren es 275. 236 beziehungsweise 229 waren davon hierzulande eingesetzt.

Rang 9 nimmt die COR AG Financial Technologies, Leinfelden-Echterdingen, ein. 2008 erwirtschaftete man einen Umsatz von 58,8 Millionen Euro, 2007 41,3 Millionen Euro. 46,6 beziehungsweise 29,9 Millionen Euro stammten aus dem Geschäft alleine in Deutschland. 2008 waren 503 Mitarbeiter beschäftigt, das Jahr zuvor 361. 425 davon waren im Inland tätig, 2007 waren es 289.

Die SoftM Software und Beratung AG, München erzielte als Nummer 10 des Lünendonk-Rankings 2008 einen Umsatz von 56,6 Millionen Euro, 2007 waren es 59,4. 48,8 beziehungsweise 51,6 Millionen Euro wurden in Deutschland erwirtschaftet. 400 Mitarbeiter zählte 2008 die Belegschaft, 440 waren es 2007. 315 beziehungsweise 370 davon wurden in Deutschland eingesetzt.

Im Durchschnitt entfallen von den Gesamtumsätzen dieser Top-10-Mittelstand-Unternehmen 40 Prozent auf Software-Produktion und -Vertrieb, 28 Prozent auf Software-Wartung, 8 Prozent auf –Einführung und 6 Prozent auf Systemintegration. Die restlichen Umsatzanteile werden mit Schulung, Beratung, Individual-Software-Entwicklung, Application Service Providing und Hardware-Verkäufen erwirtschaftet.

Die zehn führenden deutschen mittelständischen Standard-Software-Unternehmen sind in allen Software-Kategorien aktiv. Von ihren Umsätzen erzielen sie im Durchschnitt 8 Prozent mit System-Software beziehungsweise systemnaher Software und Tools, 58 Prozent mit betriebswirtschaftlicher Applikations-Software, 24 Prozent mit technischer Applikations-Software und 10 Prozent mit Anwendungs-Software für den Gesundheitsbereich.

Differenziertes Umsatzwachstum 2008 Gegenüber dem Vorjahr haben neun der zehn führenden mittelständischen Standard-Software-Unternehmen ihre Gesamtumsätze in sehr unterschiedlichem Ausmaß gesteigert. Der Mittelwert der Umsatzsteigerungen der Top 10 im Jahr 2008 gegenüber 2007 liegt bei 9,7 Prozent. Der nur halb so hohe Median (Zentralwert) zeigt, dass der hohe Mittelwert nur durch zwei extreme Einzelwerte zustande kommt.

Die Gesamtmitarbeiterzahlen sind bei neun der Top 10 der deutschen mittelständischen Standard-Software-Unternehmen gestiegen, insgesamt von 6.783 (2007) auf 8.102 (2008). Im Durchschnitt lag der Anstieg bei 13,1 Prozent und deutlich höher als die Gesamtumsätze dieser Unternehmen.

Weit überproportionaler internationaler Zuwachs Während die Inlandsumsätze der Top 10 der mittelständischen deutschen Standard-Software-Unternehmen im Durchschnitt um 7,3 Prozent
wuchsen, steigerten die zehn Unternehmen ihre Umsätze mit Kunden im Ausland um durchschnittlich 18 Prozent und damit deutlich überproportional.

Diese deutschen Software-Unternehmen demonstrieren schon seit einigen Jahren die hohe Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte und ihre unternehmerische Potenz durch ein erfolgreiches und wachsendes Auslandsgeschäft. Zwei dieser zehn mittelständischen Standard-Software-Unternehmen erzielen Exportquoten von über 50 Prozent ihrer Gesamtumsätze. Im Durchschnitt machten die Top 10 mit 33,2 Prozent 2008 ein Drittel ihrer Gesamtumsätze mit Kunden im Ausland (2007: 31,2 Prozent).

Unsicherheit über künftige Umsätze Trotz dieser Erfolge im In- und Ausland sind die Unternehmen hinsichtlich der Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr 2009 unsicher. Auf die Frage nach ihren kurzfristigen Umsatzerwartungen hüllen sich einige in Schweigen. Soweit Prognosen für 2009 abgegeben wurden, liegen diese im Durchschnitt unter 4 Prozent. Die längerfristige Perspektive für den Zeitraum 2009 bis 2014 fällt mit im Durchschnitt 7,5 Prozent Umsatzzuwachs pro Jahr schon wieder recht optimistisch aus.

Die Lünendonk-Studien gehören als Teil des Leistungsportfolios der Lünendonk GmbH zum “Strategic Data Research” (SDR). Detaillierte Ergebnisse im Rahmen einer umfassenden Studie über die “Führenden IT-Beratungs- und IT-Service-Unternehmen in Deutschland – mit Sonderkapiteln zu Business Innovation/Transformation Partner (BITP), Standard-Software und Business Intelligence”, in die insgesamt rund 150 Anbieter einbezogen wurden, legt die Lünendonk GmbH im August 2009 zum Preis von 1800 Euro vor.

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