Elektroauto-Test in Berlin

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Bis 2020 sollen eine Million am Stromnetz aufladbare Elektrofahrzeuge und so genannte Plugin-Hybrid-Fahrzeuge auf deutschen Straßen fahren – das fordert zumindest Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Die Regierung erhofft sich davon eine Reduzierung der Emissionen von Kohlendioxid, Schadstoffen, Feinstaub und Lärm in Ballungsräumen – doch lassen sich auch die Nutzer von den Elektroautos überzeugen?

Wissenschaftler der TU Chemnitz erforschen jetzt im Pilotprojekt ‘MINI E Berlin – powered by Vattenfall’ das Nutzerverhalten von Elektroautofahrern. Das Projekt der BMW Group und von Vattenfall Europe wird für zwei Jahre vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.

Forschungsobjekte sind 50 MINI E von BMW – Zweisitzer, die eine Geschwindigkeit von rund 150 Kilometern pro Stunde erreichen. Dank der Lithium-Ionen-Akkutechnik kommt dieses Elektroauto auf eine Reichweite von 250 Kilometern. Die erste Testphase, bei der 50 Probanden für sechs Monate die Fahrzeuge in Berlin nutzen, startete Ende Juni. Im Februar 2010 läuft die zweite Testphase an, an der nochmals 50 Fahrer teilnehmen.

Das von der TU Chemnitz verantwortete Teilprojekt hat mehrere Schwerpunkte. So sollen Erwartungen und Verhalten der Nutzer im Umgang mit Elektrofahrzeugen erfasst sowie die damit verbundenen Auswirkungen auf Energiebereitstellung und Infrastruktur abgeschätzt werden. Außerdem sollen die erlebten Stärken und Einschränkungen bei der Nutzung von Elektrofahrzeugen sowie die Veränderung des Nutzungsverhaltens in der Testzeit erforscht werden.

Unter anderem zeichnen Datenlogger im Fahrzeug auf, wann und wie häufig das Auto genutzt wird. Mit ihnen können Verbrauch, Fahrprofil und Ladeverhalten der Fahrzeuge analysiert werden. “Wir wollen herausfinden, wie die Nutzer mit den Fahrzeugen umgehen und wie sie ihr Verhalten an die neuen Gegebenheiten anpassen. Daraus werden sich auch Rückschlüsse ziehen lassen für das Marketing, etwa wenn es um die Frage geht, wie schwerwiegend die begrenzte Reichweite der Elektrofahrzeuge ist”, sagte Josef Krems, Professor für Allgemeine und Arbeitspsychologie an der TU Chemnitz.

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Von links: Josef Krems, Dr. Maximilian Schwalm (Mitarbeiter Entwicklung BMW Group), Andreas Klugescheid (Sprecher Politik BMW Group)
Bild: Mario Steinebach

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