Oracle: Top-Manager geht an die Uni zurück

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Kurz vor dem größten Produktlaunch in der 32-jährigen Firmengeschichte von Oracle, zieht sich der oberste Softwareentwickler des US-Konzerns für ein Jahr aus dem Geschäft zurück. Charles Rozwat wird ab dem 1. August die Harvard-Universität besuchen und dort an einem Master-Programm teilnehmen.

Der Zeitpunkt für die Fortbildung scheint auf den ersten Blick nicht besonders klug gewählt. Im kommenden Jahr wird der SAP-Rivale die Business Management Software ‘Fusion Applications’ auf den Markt bringen. Dabei handle es sich um das komplexeste Produkt, dass Oracle je produziert hat, sagen Analysten.

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Die Aufgaben von Rozwat wird in seiner Abwesenheit Vizepräsident Thomas Kurian übernehmen. Kurian ist seit Januar 2008 für die Entwicklung von Fusion Applications verantwortlich. Erst im vergangenen Monat hatte Ed Abbo, als Senior Vice President für den Bereich Application Management verantwortlich, Oracle verlassen. Weder von Abbo noch aus dem Konzern gab es damals ein offizielles Statement zu den Hintergründen der Entscheidung.

Oracle hatte sich erst vor kurzem ein Sparprogramm auferlegt: Weltweit dürfte Oracle mindestens 5000 der derzeit rund 86.000 Mitarbeiter kündigen, um seine Prognosen für das Jahr einzuhalten, schätzen Analysten. Gleichzeitig ist Oracle auch in Zeiten der Krise durch eine milliardenschwere Einkaufstour rasant gewachsen. Erst im April hatte der Konzern mit dem Kauf des Server- und Software-Spezialisten Sun Microsystems für Aufsehen gesorgt.

Für das laufende Quartal zeigte sich Oracle-Chef Larry Ellison zuletzt optimistisch. Das Unternehmen sei “ziemlich gut” durch die Wirtschaftskrise gekommen und von den Kunden vernehme er nun wieder eine wachsende Investitionsbereitschaft.