Autohersteller suchen Softwarestandards

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Die Krise hat die Autobranche in Bewegung gebracht: VW übernimmt Porsche, Fiat steigt bei Chrysler ein, Opel steht zum Verkauf. Doch Übernahmen, Fusionen und Kooperationen schaffen nur dann einen Mehrwert, wenn die Technologien der Partner kompatibel sind.

Das gilt auch für die elektronischen Bauteile. In einem Pkw der Oberklasse stecken bis zu 80 Kleincomputer in Form von Chips und bis zu 1 GB Software. Straßenlage, Fahrdynamik, Spritverbrauch, Schadstoffemission, Sicherheit und Komfort werden durch die Software eines Fahrzeugs maßgeblich mitbestimmt.

Bislang war es üblich, dass die Hersteller proprietäre Lösungen einsetzen, die mit den Systemen des Mitbewerbers nicht kompatibel waren. Doch diese Zeiten gehen nach Meinung des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik ISST zu Ende. Die moderne Technologie zwingt die Autohersteller demnach zu einem Strategiewechsel – hin zu einem Softwarestandard nach dem Motto ‘Zusammenarbeit bei Standards – Wettbewerb bei der Umsetzung’. Auch neue Antriebssysteme wie Hybrid-Lösungen seien ohne einheitliche Software für das Energiemanagement nicht denkbar, so das Fraunhofer-Institut.

Am bislang fehlenden offenen Standard für Software im Fahrzeug arbeitet daher Autosar (AUTomotive Open System ARchitecture), eine Initiative von Herstellern und Zulieferern der Automobilbranche sowie Unternehmen der Elektronik-, Halbleiter- und Softwareindustrie. Von deutscher Seite sind BMW, Daimler, Ford, Opel, der VW-Konzern sowie wichtige Zulieferer beteiligt.

Die Autosar-Mitglieder haben sich darauf geeinigt, die softwaretechnischen Ressourcen der Steuergeräte – also Betriebssystem, Kommunikationssoftware und Schnittstellen – zu standardisieren. Darauf setzen dann die Funktionen auf, etwa für den automatischen Scheibenheber, die Klimaanlage, ABS oder ESP. Mit dem BMW 7er kam 2008 das erste Fahrzeug in die Serienproduktion, das Autosar-konforme Steuergeräte enthält.