Spammer missbrauchen Übersetzungstools

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Spam wird zunehmend mehrsprachig. Das geht aus dem aktuellen ‘Intelligence Report’ des Sicherheitsexperten MessageLabs hervor. Wichtige Erkenntnis des Reports: Spammer nutzen mehr und mehr automatische Online-Übersetzungsdienste, um ihre Nachrichten in möglichst vielen Sprachen zu verschicken.

Während sich die Spam-Rate weltweit weiterhin auf einem Zwei-Jahres-Hoch von rund 90 Prozent hält, erleben einige Länder nach Angaben von MessageLabs derzeit zudem einen Anstieg unerwünschter E-Mails von bis zu 95 Prozent. Zu den Spitzenreitern zählen neben Deutschland auch Frankreich und die Niederlande.

Diese enorme Steigerung in nicht englischsprachigen Ländern führt MessageLabs auch auf die Nutzung von Internetübersetzungstools zurück. Spammer können so die Inhalte ihrer Nachrichten ohne großen Aufwand an verschiedene Regionen anpassen. Dadurch ist hierzulande der Anteil an deutschsprachigen Mails am gesamten Spam-Aufkommen auf 46 Prozent gewachsen.

In anderen Ländern wird sogar bereits eine noch größere Anzahl an Spam-Attacken in der Landessprache verbreitet: Neben Frankreich mit 53 Prozent führen China mit 54,7 Prozent und vor allem Japan mit 62,3 Prozent die Liste von Ländern mit lokalisierten Spammails an. Lediglich die Niederlande stehen noch ein wenig besser da: Hier wird erst ein Viertel der Mails in übersetzter Form verbreitet.

“Wieder einmal greifen die Spammer in die Werkzeugkiste Internet und verfeinern so ihre Taktik. Sie bedienen sich dabei häufig noch sehr unausgereiften Online-Übersetzungstools, wodurch teils recht groteske Texte entstehen”, sagte Paul Wood, MessageLabs Intelligence Senior Analyst. “Mittlerweile ist eine von 20 Spam-Nachrichten bereits in einer anderen Sprache als Englisch verfasst.”

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