Last Message Club: E-Mail aus dem Jenseits

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In Zeiten des Social Web haben sich viele Anwender im Netz eine Art “zweite Existenz” aufgebaut. Kaum jemand beschäftigt sich aber derzeit mit der Frage, was mit dem Internet-Leben nach dem Tod eines Nutzers passiert. Eine Ausnahme ist der britische Firmengründer Geoff Reiss, der den “Last-Message-Club” ins Leben gerufen hat. Er kümmert sich um den letzten digitalen Auftritt.

Es gebe vor allem zwei Motive für eine Mitgliedschaft im Last Message Club, sagt Reiss in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt. Einmal gehe es um praktische Gründe, wie die Schließung von Bank- oder E-Mail-Konten. Auf der anderen Seite “wollen die Menschen Danke sagen. Sie wollen mitteilen, wie sehr sie jemanden geliebt, ihre Gesellschaft genossen haben und auf Wiedersehen sagen”.

Für eine Gebühr von 45 Euro bietet der Last Message Club eine einjährige Mitgliedschaft – in dieser Zeit kann sich der Anwender überlegen, was er wem nach seinem Tod mitteilen will. In verschiedenen Preisklassen können bis zu 100 Nachrichten inklusive Audio- und Video-Material verschickt werden.

Die Nachrichten würden erst rausgeschickt, wenn der Tod des Kunden zweifelsfrei verifiziert sei, sagt Reiss und verspricht gleichzeitig Diskretion im Umgang mit den vertraulichen Daten. “Wir erfahren nur die E-Mail-Adressen. Was hinterlassen wird, geht uns nichts an.” Die Mitglieder des Last Message Club kommen nach seinen Worten aus aller Welt, vor allem aus Amerika, Kanada, Asien oder auch Spanien. Vor allem unter Frauen sei das Interesse hoch.