Microsoft, Yahoo, Amazon – gemeinsam gegen Google Books

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In den USA formiert sich der Widerstand gegen Googles Buchsuche. Die prominentesten Mitglieder sind Amazon, Microsoft und Yahoo. Das berichtet das Wall Street Journal und beruft sich auf Aussagen von Peter Brantley, einem Mitgründer der Website Internet Archive, die unter anderem alte Versionen von Websites und gemeinfreie Mediendateien speichert.

Unter der Leitung des Internet Archive soll eine Gruppe entstehen, die sich Open Book Alliance nennt, mit im Boot ist auch der bekannte Wettbewerbsanwalt Gary Reback. Gemeinsam will die Allianz gegen das Google Book Settlement vorgehen. Dahinter steckt die Einigung Googles mit Autoren und Verlagen über die Nutzung digitalisierter Bücher.

Die Open Book Alliance will nun verhindern, dass ein New Yorker Bezirksgericht ein Abkommen zwischen Google und US-Autorenverbänden absegnet, das es dem Suchmaschinenkonzern erlauben würde, Bücher ohne Zustimmung der Rechteinhaber zu scannen und über Google Book Search kostenlos (gemeinfreie Werke) oder gegen Bezahlung im Netz zur Verfügung zu stellen.

Die Gegner halten die Einigung für wettbewerbsfeindlich. Vielen werde jetzt erst klar, wie weitreichend die Konsequenzen des Google Book Settlement seien, sagte Reback der New York Times. In den 1990er Jahren war Reback an den wettbewerbsrechtlichen Ermittlungen des US-Justizministeriums gegen Microsoft beteiligt.

Die Gruppe wird nicht gemeinsam gegen Google vor Gericht ziehen, sie dient laut Wall Street Journal eher der Koordination. Den Mitgliedern stehe es frei, auf ihre Weise gegen das Google Book Settlement vorzugehen. Gegenüber der Zeitung verteidigte ein Google-Sprecher das umstrittene Abkommen. Dieses werde für mehr Wettbewerb auf dem Markt für digitale Bücher sorgen. Es sei klar, dass die Konkurrenz das verhindern wolle.