Jochen Koehler, Deutschland-Chef des Sicherheitsunternehmens Cyber-Ark, spricht im silicon.de-Interview über IT-Administratoren als Sicherheitslücke, die zunehmende Gefahr von Datenverlusten und sichere Passwörter.
Koehler hat in den vergangenen zehn Jahren für verschiedene IT-Sicherheitsunternehmen gearbeitet und sich dabei auf die Einführung neuer Lösungen in den deutschsprachigen Markt konzentriert. Seit 2008 verantwortet er das Business Development für Cyber-Ark in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
silicon.de: Cyber-Ark stellt Lösungen zur Sicherung vertraulicher Informationen her. Gehört es da nicht zum Geschäft, aus einer kleinen Bedrohung eine riesige Gefahr zu machen?
Koehler: Hier von einer kleinen Bedrohung zu sprechen, halte ich für unangebracht. Die zahlreichen Datenskandale der jüngsten Vergangenheit sprechen da klar eine andere Sprache. Und ich bin mir sicher, dass kein Unternehmen das Risiko eingehen will, die Kreditkarteninformationen seiner Kunden zu verlieren. Niemand wird hier von einer kleinen Bedrohung sprechen.
silicon.de: Oft werden die Anwender die “größte IT-Sicherheitsgefahr” genannt. Sie haben dagegen IT-Administratoren als eine zentrale Sicherheitslücke in der IT bezeichnet. Das dürfte Ihnen unter den IT-Administratoren nicht nur Freunde gemacht haben…

Jochen Koehler
Foto: Cyber-Ark
Koehler: Der Bereich ‘privilegierte Accounts’ ist eine Sicherheitslücke, der bisher in den meisten Unternehmen viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Und dass Admins unser Lösungsangebot primär als Überwachungstool ansehen, trifft das Ganze auch nicht richtig.
Administratoren sind ja aufgrund der unternehmenseigenen Security Policy zur Änderung und Verwaltung von Passwörtern verpflichtet, die dann, wenn kein entsprechendes Tool implementiert ist, nur manuell erfolgen kann. Der damit verbundene Zeitaufwand ist enorm. Mit unserer Lösung, die alle hier erforderlichen Prozesse automatisiert, kann einfach und schnell Abhilfe geschaffen werden.
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