CIO Jury: Etwas Licht am Ende des Tunnels!

E-GovernmentManagementRegulierung

“…aber es könnte der entgegenkommende Zug sein.” Die von silicon.de ins Leben gerufene deutschsprachige CIO Jury bestätigt: Es wird heller in den dunklen Zeiten der Krise. Aber der drohenden Gefahren sind viele. Viele IT-Abteilungen sind weiter krisengebeutelt.

Anlass der aktuellen Befragung war der seit Wochen anhaltende Jubel in der Wirtschaftspresse: Zuletzt erklärte die WirtschaftsWoche, dass sich die Zukunftsaussichten der deutschen Wirtschaft im August erneut stark verbessert hätten. Der Frühindikator Earlybird, den die Commerzbank monatlich ermittelt, sei im August um 0,26 auf 1,69 Punkte geklettert und habe damit sogar sein bisheriges Rekordhoch vom Juli 1997 übertroffen. Ist die Krise also überwunden?

Das fragten wir nicht zuletzt im Nachgang unseres Beitrages zum selben Thema IT-Leiter in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Ergebnis fiel eindeutig aus – zu unserer eigenen Überraschung nämlich positiv. Sechs von zwölf Teilnehmern der silicon.de CIO Jury sehen Verbesserungen der wirtschaftlichen Lage.

Nur die ersten zwölf Antworten auf die Frage des Monats werden ja gewertet, aber soviel sei verraten: Es gab noch viele weitere Wortmeldungen – aus allen drei Ländern -, die den positiven Trend bestätigten. Zwei CIOs der Jury äußerten sich eher neutral, vier eindeutig negativ.

Von den CIOs mit negativen Wortmeldungen wurden durchgängig Überlegungen angestellt, wieso man noch keinen Aufschwung wahrnehmen kann. Dies zeigt, dass sich die deutschen IT-Leiter nicht aufs Reagieren beschränken, sondern aktive Teilnehmer am (neuerlichen) Erfolg ihrer Firmen sein wollen – und müssen.

“Ich glaube noch nicht an eine Erholung – einige Branchen werden zeitversetzt getroffen, so zum Beispiel Unternehmen im Bereich der gesetzlichen Sozialversicherung”, äußert etwa ein CIO. “Aktuell spüren wir aufgrund von Kurzarbeit etc. noch nicht viel, aber wenn diese Maßnahmen auslaufen, schlägt es – gemeinsam mit anderen Rahmenbedingungen wie Zusatzbeitrag etc. – voll durch. Ähnliches höre ich auch von Kollegen, die eher dem öffentlichen Bereich zuzurechnen sind.”

Der Verweis auf die schlechte wirtschaftliche Lage bei Partnern ist mehrmals zu hören: “Ich habe letzte Woche mit mehreren Partnern gesprochen – diese haben keine Veränderung bemerkt”, erklärte ein weiterer Juror.

Ganz bitter ist es natürlich für IT-Manager, deren Betriebe hart und direkt von den schrumpfenden Auftragseingängen getroffen wurden: “Schön wäre es, einen Silberstreif am Horizont zu sehen. Ich sehe aber keinen. Ich sehe da derzeit noch sehr schwarz. Meine Firma arbeitet seit Oktober auf 10 Prozent des Vorjahresniveaus. Also 90 Prozent weniger Aufträge. Es gibt hier keinerlei Erholung des Marktes. Aus diesem Grund mussten wir auch Insolvenz anmelden. Wie es weitergeht weiß niemand.” Er verweist auf die Politik und bemängelt eine fehlende Unterstützung für den Mittelstand: “Eines kann ich sagen: KFW-Mittel bekommen nur die Großen, die ‘Kleinen’ lässt man sterben.”