Bericht: Siemens kündigt SAP-Wartungsvertrag

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Großkonzern Siemens hat offenbar seinen Wartungsvertrag beim Softwarekonzern SAP gekündigt. Hintergrund sind nach einem Bericht der Wirtschaftswoche Verhandlungen über die Konditionen des Vertrags. Siemens habe eine niedrigere Wartungspauschale aushandeln wollen. Weil SAP sich diesbezüglich nicht bewegt habe, habe Siemens den Vertrag “schon vor einigen Wochen” zum Ende des Jahres gekündigt, berichtet das Blatt.

Siemens ist einer der größten SAP-Kunden. Rund 160.000 Mitarbeiter nutzen das SAP-System weltweit. Wie hoch die aktuellen Wartungsleistungen an SAP für die System-Wartung sind ist nicht bekannt. Normalerweise beträgt die Maintenance-Gebühr 17 Prozent vom Lizenzpreis. Allein für Wartung bezahlt Siemens einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag im Jahr; “mehr als 30 Mio. Euro”, zitiert das Wirtschaftsmagazin einen Analysten, der ungenannt bleiben wollte.

Als Alternativen für eine Wartung durch SAP würden bereits IBM, Rimini Street und der indische System-Integrator HCL in den Startlöchern stehen. Siemens soll schon vor längerem bei SAP eine deutliche Senkung der Wartungsgebühren gefordert haben – jedoch ohne Erfolg.

Tatsächlich steckt SAP-Chef Leo Apotheker in einer Zwickmühle: Sonderkonditionen kann er Siemens nicht gewähren. “Denn die Schlange der Unternehmen, die jene dann auch wollen, reicht einmal um den Globus”, so ein Kenner des Geschäfts gegenüber dem Blatt. Lässt er Siemens indes ziehen, dürfte das erst recht als Signal wirken. “Denn viele andere Unternehmen überlegen auch bereits, bei der Wartung auf Fremdanbieter zurückzugreifen.”