Ex-Infineon-Chef Schumacher: “Ich bin unschuldig”

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Vor dem Münchner Landgericht I hat der Prozess gegen Ulrich Schumacher begonnen, bis Frühjahr 2004 Chef von Infineon. Die Staatsanwaltschaft wirft Schumacher Bestechlichkeit, versuchten Betrug, Untreue und Steuerhinterziehung vor.

Schumacher hält sich für unschuldig. “Ich war und bin nicht käuflich”, sagte er am ersten Prozesstag. “Ich habe niemals Bestechungsgelder entgegen genommen.”

Nach Angaben der Münchner Staatsanwaltschaft soll sich Schumacher von seinem damaligen Geschäftspartner Udo Schneider private Autorennen finanziert haben lassen. Schneider organisierte früher das Sportsponsoring von Infineon. Zum Prozessbeginn warf Schumacher Schneider vor, ihn erpresst zu haben. Schneider habe Geld dafür gefordert, dass er zugunsten Schumachers aussage.

Schneider hatte in einem anderen Prozess bereits Schmiergeldzahlungen an Infineon-Manager eingeräumt und wurde daraufhin im Herbst 2006 zu vier Jahren Haft verurteilt. Durch die Bestechung wollte sich Schneider lukrative Werbeverträge mit Infineon im Motorsportbereich sichern.

Die Aussagen von Schneider in diesem Prozess gehören zu den wichtigsten Beweismitteln im aktuellen Verfahren gegen Schumacher. Schumacher beteuerte jetzt jedoch: “Seine Aussagen sind wirklich falsch, durch und durch falsch.”

Schuhmacher bestreitet nach wie vor, Schmiergeld angenommen zu haben. Dies hatte er bereits in einem Prozess gegen Infineon geäußert, als er von seinem Ex-Arbeitgeber die zweite Abfindungsrate einforderte. Hintergrund ist, dass Infineon Schumacher eine Abfindung von 5,2 Millionen Euro zugesichert hatte. Das Unternehmen fror die zweite Abfindungsrate jedoch ein, nachdem bekannt wurde, dass die Staatsanwaltschaft gegen Schumacher ermittelt.

Der Ex-Infineon-Chef führt mittlerweile das chinesische Halbleiterunternehmen Grace Semiconductor. Für den Prozess gegen Schumacher sind zunächst 15 Verhandlungstage angesetzt.

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