Streit um Wettbewerbsrecht

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Der Internet-Auktionator eBay hat die Europäische Union aufgerufen, das EU-Wettbewerbsrecht zu überarbeiten. Markenhersteller sollen den Verkauf ihrer Produkte über das Internet nicht mehr einschränken können.

Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, legte das Unternehmen eine Petition vor, die von über 750.000 Europäern unterzeichnet worden sei. Darin fordert eBay ein Ende des Missbrauchs sogenannter selektiver Vertriebsvereinbarungen, die angeblich den Online-Verkauf von Produkten in ganz Europa blockiere. Solche Praktiken benachteiligten Online-Unternehmen und führten dazu, dass die Verbraucher unnötig hohe Preise für Waren bezahlen müssen.

eBay fordert, dass Markenhersteller nicht das Recht haben dürfen, den Verkauf ihrer Produkte pauschal zu verbieten. Herstellen dürften aktuell zudem den Online-Verkauf ihrer Produkte an die Bedingung knüpfen, dass die Internet-Händler auch über ein Ladengeschäft verfügen müssen.Das müsse im Sinne der Verbraucher geändert werden.

Naturgemäß anders sieht das allerdings der Markenverband, die Interessenvertretung der Markenhersteller. “Der Markenverband spricht sich dafür aus, das bewährte europäische Wettbewerbsrecht auch im Interesse der Verbraucher in diesem Punkt nicht anzutasten”, heißt dazu in einer Mitteilung. Die von eBay geforderte völlige Freigabe des Internethandels schade dem Fachhandel und der Beratungsqualität, die gerade Markenprodukte bräuchten, glaubt der Verband. Die Markenhersteller wollen auch weiterhin die Möglichkeit behalten, ihre Produkte nur über Fachhändler zu vertreiben und nicht “wahllos” über das Internet.

Dem 1903 in Berlin gegründete Markenverband gehören unter anderen Hugo Boss, Coca-Cola, Deutsche Bank, Deutsche Post, Falke, Miele, Nestlé, Dr. Oetker oder auch Volkswagen an.