Kinder im Internet schützen

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Es ist unbestritten, dass das Internet für Kinder eine Gefahr darstellen kann. Dies ist einer der Hauptaspekte, den Staatschefs und führende Personen aus Regierung, Gesellschaft und Privatwirtschaft diesen Oktober in Genf im Forum der ITU Telecom World 2009 diskutieren werden. Malcolm Johnson, Director of Telecommunication Standardization Bureau ITU-T erläutert, wie die ITU Kinder im Netz schützen will.

Die International Telecommunication Union (ITU), die UN-Sonderorganisation für Informations- und Kommunikationstechnologie, hat im Rahmen der 2007 verabschiedeten Global Cybersecurity Agenda, die Initiative Child Online Protection ins Leben gerufen. Zusammen mit führenden Regierungsorganisationen, nationalen und regionalen Nichtregierungsorganisationen und Partnern aus der Telekommunikationsbranche versucht die Initiative, die Risiken und Angriffspunkte, denen Kinder im Internet ausgesetzt sind, zu identifizieren, das Bewusstsein für dieses Thema zu schärfen und Unterstützung für ein sicheres Online-Verhalten zu bieten. Gleichzeitig sollen Werkzeuge zur Gefahrenreduzierung entwickelt werden.

Dass Computer für Kinder auf der ganzen Welt einen Gewinn bedeuten, wird niemand ernsthaft bestreiten. Und die Zahl der Haushalte mit Internetzugang wächst jedes Jahr. Ende 2008 hatten mehr als 1,5 Milliarden Menschen Zugang zum Internet; Anfang 1998 waren es noch weniger als 200 Millionen.

Doch während niemand bezweifelt, dass das Internet viel Gutes schafft, bringt es auch neue, bedrückende Aspekte mit sich – vor allem dann, wenn Kinder betroffen sind. Umfragen haben Folgendes ergeben:

• Rund 90 Prozent aller Jugendlichen und jungen Erwachsenen nutzen das Internet; über 60 Prozent kommunizieren täglich in Chat Rooms.

• 3 von 4 Kindern sind bereit, im Austausch gegen Waren und Dienstleistungen persönliche Informationen über sich und ihre Familien im Internet preiszugeben.

• 1 von 5 Kindern wird jedes Jahr von einem Pädophilen kontaktiert.

• Obwohl 30 Prozent der befragten Mädchen angeben, in einem Chat Room sexuell belästigt worden zu sein, wenden sich nur 7 Prozent damit an ihre Eltern – aus Angst, ihr Internetzugang könnte eingeschränkt werden.

Das Motto der ITU lautet ‘Engagement für eine vernetzte Welt’. Doch auch wenn wir begeistert die vielen Vorteile nennen, die die Informations- und Kommunikationstechnologie mit sich bringt, so liegt es uns doch daran, die Welt auf eine verantwortungsbewusste Art zu vernetzen. Wir müssen also zusammenarbeiten, um die Sicherheit im Internet zu gewährleisten und vor allem die jungen Internet-User zu schützen.

Die weiter gefasste Global Cybersecurity Agenda (GCA) der ITU bietet einen Rahmen für internationale Zusammenarbeit bei der Suche nach Strategien, um das Vertrauen und die Sicherheit in der Informationsgesellschaft zu vergrößern. Sie baut dabei auf bestehende nationale und regionale Initiativen, um doppelte Arbeit zu vermeiden und gleichzeitig die Zusammenarbeit aller relevanten Partner anzuregen.