Elektroindustrie noch nicht aus dem Tal

Management

Die Umsatzerwartungen in der deutschen Elektroindustrie haben sich noch nicht verbessert: Inzwischen rechnen 55 Prozent der Unternehmen in diesem Jahr mit einem Rückgang des Umsatzes gegenüber 2008 zwischen zehn und 25 Prozent.

Dies ergab eine aktuelle Umfrage des ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie – bei seinen Mitgliedern. Bei der Juni-Umfrage des ZVEI waren es 31 Prozent, die von einem Rückgang des Umsatzes ausgingen. 14 Prozent der befragten Firmen erwarten derzeit eine Verringerung des Umsatzes zwischen fünf und zehn Prozent und 28 Prozent um bis zu fünf Prozent.

“An eine schnelle Erholung des Geschäftes 2010 glaubt kein Unternehmen”, sagte der Vorsitzende der ZVEI-Geschäftsführung, Dr. Klaus Mittelbach. 98 Prozent erwarteten eine langsame Verbesserung, zwei Prozent gar keine.

Dr. Klaus Mittelbach
Dr. Klaus Mittelbach
Foto: ZVEI

Nachgelassen hat in der Krise nach diesen Angaben die Zahlungsmoral: 85 Prozent der Unternehmen verzeichnen einen verzögerten Zahlungseingang ihrer Abnehmer. Für knapp ein Fünftel der Unternehmen hat sich die angespannte Finanzierungssituation bei Krediten und Kreditversicherungen verschärft. “Hier muss die Politik jetzt unverzüglich für Entlastung sorgen, damit wir uns mit unseren Technologien bei den drängenden Zukunftsaufgaben wie Klimaschutz und mehr Energieeffizienz auch einbringen können”, so Mittelbach. Über die Hälfte der Firmen sieht sich zudem durch die wieder gestiegenen Rohstoffpreise belastet.