Neue Debatte um “Killerspiele”

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Der 17-jährige Tim K. tötete im März in Winnenden 15 Menschen und sich selbst. Das Land Baden-Württemberg setzte daraufhin eine Kommission ein, den ‘Expertenkreis Amok’. Die Fachleute haben jetzt ihren Abschlussbericht mit 85 Ratschlägen vorgelegt – darunter auch solchen, die die Debatte um ein Verbot von Killerspielen sowie um Internetsperren neu anheizen.

So heißt es in der 55. Empfehlung des Abschlussberichtes: “Es wird empfohlen, den Bund aufzufordern, das Verbot von gewaltverherrlichenden Darstellungen, vor allem bei Computerspielen (off- und online), durch Änderung des Strafgesetzbuches im Rahmen der verfassungsrechtlichen Schranken auszudehnen.”

Im Klartext: Gewaltverherrlichende Computerspiele sollten verboten werden. Die Experten schließen sich zudem einer Forderung des Freistaates Bayern aus dem Jahr 2007 an, virtuelle “Killerspiele” mit der Einführung des § 131 a StGB zu verbieten.

Die Fachleute wollen weiterhin die Internet Service Provider dazu veranlassen, “unzulässige Inhalte zu sperren”. Es sei zu prüfen, “ob Provider verpflichtet werden, sämtliche absolut unzulässigen ausländischen Angebote zu sperren, die durch ein rechtsstaatliches Verfahren von staatlichen Stellen auf einer entsprechenden Liste sind und gegen die direkte
Maßnahmen im Ausland ohne Erfolg blieben.” (60. Empfehlung).

“Der Vorfall am Gymnasium Carolinum in Ansbach hat gezeigt, dass das Thema Amok ein halbes Jahr nach Winnenden nichts von seiner Aktualität verloren hat”, sagte Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) bei der Vorstellung des Abschlussberichts. Die Landesregierung prüfe jetzt, wie die darin enthaltenen Empfehlungen und Vorschläge umgesetzt werden können.

Mit diesem Bericht und der Ankündigung Oettingers erhält die Debatte um ein Verbot von “Killerspielen” neue Nahrung, die auch unter den silicon.de-Lesern für Pro und Contra sorgt. Während der Expertenkreis Amok zum Schluss kommt, dass Gewalt in Videospielen zu Jugendgewalt führt, bestreiten dies andere Fachleute.