Tausende Mitglieder des Online-Netzwerkes SchülerVZ sind Opfer eines Datendiebstahls geworden. Wie das Schüler-Netzwerk einräumte, hat ein SchülerVZ-Nutzer eine Vielzahl öffentlich einsehbarer Daten anderer Mitglieder illegal kopiert und in einem Internetforum bereit gestellt.
Darunter waren Angaben wie Name, Schule, Geschlecht, Alter sowie Profilfotos. Vermutlich wurde ein automatisiertes Datensammelprogramm für den Diebstahl verwendet. Zudem soll mindestens ein zweiter Hacker die Sicherheitsmechanismen des Netzwerks umgangen haben. Dem Blog netzpolitik.org wurden nach eigenen Angaben über eine Million Datensätze zugespielt.
SchülerVZ ist nach eigenen Angaben Europas größtes Online-Netzwerk für Schüler ab 12 Jahren. Demnach sind derzeit 5 Millionen Schüler in schülerVZ aktiv. Das Netzwerk gehört zum Saarbrücker Unternehmen VZnet Netzwerke Ltd., das wiederum in Besitz der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck ist.
Den SchülerVZ-Betreibern zufolge wurden keine Post- oder E-Mail-Adressen, Zugangsdaten, Telefonnummern und Fotoalben entwendet. Man habe “sofort Maßnahmen ergriffen, um weitere illegale Zugriffe auszuschließen”, hieß es. Die Datenschutzbehörden seien umgehend informiert worden und man habe Anzeige gegen unbekannt erstattet.

Peter Schaar
Foto: Bund
Peter Schaar, der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, warnte anlässlich der Datenpanne bei SchülerVZ davor, persönliche Daten ins Netz zu stellen. “Der Fall zeigt, dass man sich überlegen muss, wo man Daten preisgibt, speziell im Internet”, sagte er der Berliner Zeitung. “Daten, die im Internet stehen und von einer großen Zahl von Menschen genutzt werden, können nur schwer gegen Missbrauch geschützt werden.”
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Neuester Kommentar
Ein Kommentar zu Mega-Datenklau bei SchülerVZ
Na und ?
Was erwartet eigentlich ein Nutzer wenn er seine Daten Online stellt. Doch wahrscheinlich, dass eine möglichst große Anzahl von anderen Nutzern/Menschen diese Daten zur Kenntnis nimmt.
Ich verstehe auch nicht wo der Straffall für die Strafanzeige ist – etwa die Nutzung des Portals durch einen Automaten oder das Speichern von öffentlich zugänglichen Informationen?
Der besorgniserregende Teil dieses Vorgangs liegt in der Unbedarftheit der Kinder und Jugendlichen. Hier habe die Erzieher, Eltern eigentlich alle Erwachsenen versagt. Die vorherige Generation geht für Datenschutz auf die Barrikaden und dem jetzige Nachwuchs ist das komplett wurscht.
Einzige Ausrede: Die meisten offiziellen Entscheidungsträger können wahrscheinlich noch nicht mal ‘ne Mail schreiben und sind deshalb für diese Internetnutzungen vollkommen betriebsblind.
Aber der Rest von uns hätte die Piraten wählen können, die haben auf diesem Gebiet sicherlich mehr Sachverstand.