Umweltbundesamt warnt vor Nanotechnik

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Die Nanotechnik gilt als eine der zukunftsträchtigsten Technologien. Allein in Deutschland arbeiten über 800 Unternehmen im Bereich Nanotechnik, die von einigen Analysten als das “nächste große Ding nach dem Internet-Boom” bezeichnet wird. Diese Firmen wurden heute von einer Veröffentlichung der Umweltbundesamtes aufgeschreckt.

Die Nanotechnik biete zwar erhebliche Potentiale, aber auch Risiken für die Umwelt und die Gesundheit, teilte das Umweltbundesamt (UBA) mit. Hier beständen noch gravierende Wissenslücken. Die Behörde empfiehlt: “Die Verwendung von Produkten, die Nanomaterialien enthalten und frei setzen können, sollte – so lange ihre Wirkung auf Mensch und Umwelt weitgehend unbekannt ist – möglichst vermieden werden.”

Aus den Risiken ergebe sich ein umfangreicher Bedarf an Forschung und Regulierung. Dafür sei eine von Industrie, Forschung und Behörden anerkannte Bewertung nanotechnischer Verfahren und Produkte notwendig. Die Hersteller seien gefragt, Daten zur Wirkung ihrer Produkte bereitzustellen. Aus Sicht der Behörde sei es erforderlich, einen rechtlichen Rahmen für den sicheren Umgang mit Nanomaterialien zu schaffen. “Ein wesentlicher Schritt hierzu ist ein Meldesystem für Nanomaterialien in Form eines Produktregisters.”

Unter Nanotechnik versteht man die Anwendung von Prozessen und Materialien, die aus Bestandteilen in der Größenordnung von 100 Nanometer oder weniger bestehen – mehr als 1000-mal kleiner als der Durchmesser eines Menschenhaares. In diesem Größenbereich ändern sich die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Materialien. Dies kann zur Entwicklung neuartiger Produkte genutzt werden. Die Nanotechnik beeinflusst bereits heute die Industrie in vielen Bereichen – etwa die Automobilindustrie, den Maschinenbau, die Chemische und die Lebensmittelindustrie sowie die Bio- und die Umwelttechnik.

Nanotechnisch optimierte Kunststoffe können etwa das Gewicht bei Autos oder Flugzeugen senken und somit helfen, Treibstoff zu sparen. Nanotechnisch optimierte Lampen – so genannte Licht emittierende Dioden (LED) – haben eine hohe Lebensdauer, wandeln den elektrischen Strom effizient in Licht um und sparen somit Energie.

Die Diskussion um Chancen und Risiken hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Die Bundesregierung hat mit der Einsetzung einer NanoKommission reagiert. Die Fachleute des UBA beteiligen sich in der NanoKommission sowie in weiteren Arbeitskreisen an der Entwicklung von Empfehlungen zu Nanomaterialien. Ausführliche Informationen enthält das UBA-Papier ‘Nanotechnik für Mensch und Umwelt – Chancen fördern und Risiken mindern’. Es steht im Internet zum kostenlosen Download bereit.

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