Forschungsinitiative Green IT gefordert

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Die Informationstechnik eröffnet große Potentiale, um das gesamte Energiesystem effizienter zu machen. Zugleich müssen die IKT- Systeme selbst energieeffizienter werden. Denn mit den Bandbreiten, mit der zunehmenden Nutzung von Internet und Handys sowie mit der Vielfalt von e-Services wächst der Umfang des Datentransfers und damit auch der Energieverbrauch.

Ansatzpunkte dafür zeigt die Studie ‘Green IT’ der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE. Die Vorschläge der Experten reichen von neuen Netzarchitekturen über alternative Gebäudekonzepte und Energieversorgung bis hin zur Performanzbewertung und zum Label für energieeffiziente Systeme. Die Studie kostet 250 Euro, für VDE-Mitglieder ist sie kostenlos.

Der VDE plädiert zudem für eine Forschungsinitiative, die Universitäten, Forschungsinstitute und die Industrie bei der Entwicklung führender Lösungen für eine energieeffiziente IKT unterstützt. “Deutschland hat hinsichtlich dieses Themas sehr gute Startbedingungen im internationalen Wettbewerb”, so Prof. Ingo Wolff, Mitglied im VDE-Präsidium und Vorsitzender der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE.

“Allerdings werden derzeit weltweit eine Reihe von Initiativen gestartet, so dass Deutschland Anstrengungen unternehmen muss, den Entwicklungsvorsprung aufrecht zu erhalten. Die Informationstechnische Gesellschaft im VDE bietet ihre Unterstützung für die Definition einer Forschungsinitiative und der erforderlichen Projektcluster an.”

Nach Angaben des VDE benötigen IKT-Systeme allein für e-Services heute etwa 8 Prozent (160 GW) der global erzeugten elektrischen Leistung. Dieser Anteil werde wegen des starken Marktwachstums und der zunehmenden Verbreitung von IKT-Lösungen sowie bei einem steigenden Anteil von Endgeräten und Data Centern auf etwa 15 Prozent (400 GW) im Jahr 2020 anwachsen.

Insbesondere der Energiebedarf der Haushalte für Kommunikationstechnik wird demnach durch den Breitbandausbau wachsen. Über 50 Prozent des Energieverbrauchs entsteht durch ungenutzte Endgeräte und Netze, da Verfahren zum Booten beziehungsweise Reaktivieren der Netzverbindungen als zu aufwändig und instabil eingeschätzt werden. Den zweit- und drittgrößten Anteil des Energieverbrauchs der IKT stellen derzeit Datencenter und Netzwerktechnik.