“Ich hatte keinen Businessplan”

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Offshore-Outsourcing nach Indien oder China hat für Deutschlands Mittelstand noch nie eine große Rolle gespielt – die räumliche Nähe ist dagegen ein wichtiger Grund, warum Aufträge gerne an osteuropäische Dienstleister vergeben werden. Neben Polen und Tschechien hat sich auch Weißrussland in den vergangenen Jahren als Outsourcing-Standort etabliert. Doch die Anfänge waren oft abenteuerlich.

Zum Beispiel Sam Solutions. Vor 16 Jahren gegründet gehörte die Firma, die heute ihren Hauptsitz in Gilching bei München hat, zu den Vorreitern des Trends. Von Anfang an hat sich Unternehmensgründer Andrei Bakhirev auf den deutschen Markt konzentriert. “Die ersten Mitarbeiter, die ich eingestellt habe, haben jahrelang in Deutschland studiert, sprachen sehr gut Deutsch und hatten ein Gespür dafür, was Deutsche von einem Lieferanten erwarten.” In erster Linie gehe es um Genauigkeit und Transparenz.

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“Der Mittelstand will nicht mit abstrakten Prozessen und Strukturen zusammenarbeiten, sondern mit Menschen”, ergänzt Anton Dechko, Director of Business Development. Bei der Dokumentation werde deshalb so viel wie möglich auf Deutsch gemacht, die Verträge nach deutschem Recht abgeschlossen.

Dennoch, so räumt Bakhirev ein, müsste bei vielen Kunden Überzeugungsarbeit geleistet werden – der Standort Weißrussland werde oftmals mit Industriespionage und Cybermafia in Zusammenhang gebracht. Manchmal helfe hier nur “viel Geduld”.

Die aktuelle Outsourcing-Müdigkeit, die sich aktuell vor allem in Europa bemerkbar macht, hat in den vergangenen Monaten jedoch auch Sam Solutions zu spüren bekommen. “Es ist aktuell viel einfacher die Türe zu öffnen”, sagt Dechko. Dafür dauere es länger, bis die endgültige Entscheidung gefallen ist.