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Der verlustreiche Netzwerksausrüster Nokia Siemens hat den Abbau von fast 6000 Arbeitsplätzen angekündigt. Um im Wettbewerb zu überleben, plant der neue Chef Rajeev Suri tiefgreifende Umbaumaßnahmen, in der Folge müssen sieben bis neun Prozent der Belegschaft um ihren Arbeitsplatz bangen.

Je nach Land könnten die Einschnitte beim Personal unterschiedlich stark ausfallen, hieß es von Nokia Siemens Networks (NSN). Wie viel der insgesamt 10.500 Stellen in Deutschland gestrichen würden, sei derzeit noch nicht absehbar. Größter Standort hierzulande ist München. Weitere große Niederlassungen sind in Ulm, Greifswald, Düsseldorf und Berlin. Weltweit beschäftigt der Konzern 64.000 Menschen.

Sie stellen Anlagen für Mobilfunk und Festnetz her, entwickeln die passende Software und übernehmen Wartung und Betrieb. Das Gewicht verschiebt sich dabei immer mehr in Richtung der profitableren Dienstleistungen.

Am Ende könnten 4500 bis 5800 Stellen wegfallen, rechnete Nokia Siemens vor. Durch das Sparprogramm will das deutsch-finnische Gemeinschaftsunternehmen die Ausgaben bis Ende 2011 um 500 Millionen Euro drücken. Weiteres Geld will das Management durch den günstigeren Einkauf von Material und Leistungen einsparen. Der Umbau führe in den kommenden beiden Jahren allerdings auch erst mal zu Kosten in ähnlicher Größenordnung.

Nokia und Siemens hatten NSN vor zwei Jahren mit großen Erwartungen gegründet. Die beiden Konzerne wollten durch die Fusion ihrer jeweiligen Ausrüster-Sparten einen neuen starken Spieler schaffen. Im Zuge des Zusammenschlusses fielen Tausende Arbeitsplätze weg.

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Ein Kommentar zu Nokia Siemens streicht bis zu 6000 Jobs

  • 4.11.2009 um 13:45 von Unknown

    Wieder mal nichts Neues…
    Es ist schon bitter: Erneut kündigt NSN einen Mitarbeiterabbau an. Dieses Mal mit der vordergründigen Erklärung, man wolle sich "strategisch neu ausrichten". Dahinter verbirgt sich nichts weiter als ein Eingeständnis, Entwicklungen in der Branche verschlafen zu haben und sich anstatt dessen in internen Optimierungsbestrebungen aufzureiben. Die Hauptschuld an der Misere trägt dabei Siemens – und zwar durch Unterlassung, indem das Management von NSN fast ausschließlich in die Hände von ex-Nokia-Managern übergeben wurde, die überwiegend einen Nachweis ihrer Fähigkeit schuldig geblieben sind und die lediglich die damalige Schwäche des Siemens-Konzerns aufgrund des Bestechungsskandals auszunutzen wussten.
    Egal, wie man jetzt das Unternehmen neu ausrichten will: Kunden, die nach technologischer Marktführerschaft streben, wenden sich wohl weiterhin an Ericsson, während diejenigen, die überwiegend auf niedrige Kosten fokussiert sind, sich bei Huawei bestens aufgehoben fühlen dürften.
    Die Folge sind weiterhin sinkende Marktanteile, eine daraus resultierende schlechtere Kostenposition und weiterer Stellenabbau.
    NSN befindet sich mitten in einer fatalen Abwärtsspirale.

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