Oracle-Sun-Deal: EU zieht die Daumenschrauben an

Management

Beim geplanten Kauf des Rivalen Sun bläst dem Softwarehersteller Oracle offenbar ein scharfer Wind aus Brüssel entgegen. Wie die Financial Times berichtet, wollen die EU-Wettbewerbshüter in den kommenden zwei Tagen einen Bericht vorlegen – dieser beinhaltet die offiziellen Bedenken gegen den Deal. Das könnte die 7,4 Milliarden schwere Übernahme verzögern.

Oracle habe in der geplanten Übernahme jedes Zugeständnis abgelehnt, heißt es in dem Bericht des britischen Blatts. Deshalb werde die EU-Kommission in den nächsten Tagen ihren formellen Einwand bekannt geben. Theoretisch sei damit ein Verbot des Milliardendeals möglich, es könne aber auch ein Kompromiss gefunden werden. Die US-Wettbewerbshüter hatten die Übernahme bereits im August durchgewinkt.

Die EU befürchtet, dass der Zusammenschluss der beiden Unternehmen einen negativen Einfluss auf den Markt für Datenbanken haben wird. Oracle stehe als Anbieter von proprietärer Datenbanksoftware in direkter Konkurrenz zu Suns Open-Source-Datenbank MySQL, so die EU. Dem hat Oracle-CEO Larry Ellison in der Vergangenheit mehrfach widersprochen.

Nach Einschätzung einiger Beobachter habe Oracle nichts zu verlieren und könne in Ruhe abwarten, was die europäischen Wettbewerbshüter genau beanstanden, so das Blatt. Dann könnte der Konzern der Behörde immer noch entgegenkommen oder eine juristische Auseinandersetzung einleiten.

Doch Oracle dürfte an einer schnellen Entscheidung interessiert sein. Jeder Monat, den die EU-Kommission zur Prüfung brauche, koste Sun rund 100 Millionen Dollar, hatte Ellison vor einigen Wochen gesagt.