Mickos: “Oracle-Sun-Übernahme ein Sieg für Open Source”

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Unter der Leitung von Marten Mickos wurde MySQL 2008 für eine Milliarde Dollar von Sun Microsystems gekauft. Seit 2001 war Mickos auf dem Chef-Posten der wohl am weitesten verbreiteten Open-Source-Datenbank, die auch manchem kommerziellen Anbietern in die Quere kam. Manche Experten sind gar der Ansicht, dass ohne MySQL Microsoft, Oracle oder IBM niemals Express-Versionen ihrer großen Datenbanken angeboten hätten.

“Ich war von dem Moment an, in dem ich zu MySQL kam, von der Idee von Open Source begeistert”, erklärte Mickos gegenüber silicon.com. Er habe auch sofort das Gefühl gehabt, dass das eine “große Sache werden könnte”. Es wurde eine große Sache.

Beim Verkauf von MySQL an Sun brachte das Management Trinksprüche aus, es herrschte Feierlaune. Und jetzt steht MySQL wieder vor einem Verkauf. Diesmal aber klingen irgendwie keine Schnapsgläser. Das mag vielleicht auch damit zusammenhängen, dass sich Sun-Mitarbeiter und damit auch MySQL-Mitarbiter sich nicht zu der formal noch nicht abgeschlossenen Übernahme äußern dürfen. Nichts desto trozt macht sich Mickos, derzeit als Mitarbeiter des Investors Benchmark Capital, wieder für eine Übernahme stark. Unter den ehemaligen MySQL-Mitarbeitern ist er damit nicht unumstritten.

Mitte Oktober drängte Michael ‘Monty’ Widenius, Gründer und Entwickler der ersten Stunde von MySQL, in einem Blog Oracle, MySQL doch lieber zu verkaufen. MySQL brauche ein Zuhause, in dem es keine Interessenskonflikte gebe. Bislang ist MySQL die einzige Sun-Geschäftseinheit, die von der EU-Kommission in ihrer Begründung für das Einleiten einer eingehenden Untersuchung des Fusionsvorhabens thematisiert wurde, erklärte Widenius weiter. Es sei sinnvoller MySQL in geeignete Hände abzugeben, als Sun weiter unter der Verzögerung der Übernahme leiden zu lassen.

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